Info im Integrationsrat: Fördergelder fließen

Sprachförderung wird nun in drei städtischen Kindergärten leichter, weil es Fördergelder vom Bund gibt.

LÜDENSCHEID ▪ Auch nach dem Aschermittwoch ist Ursula Speckenbach in bester Feierlaune: Freudestrahlend konnte die Kita-Abteilungsleiterin bei der Stadt gestern im Integrationsrat verkünden, dass Lüdenscheid sich erfolgreich um ein Bundesprojekt beworben hat und nun der Bund bis 2014 jeweils eine zusätzliche halbe Stelle in drei Kindergärten komplett finanziert.

Die Zusage für die Fördergelder sei am Rosenmontag gekommen, so Speckenbach. Damit konnte sie das Schwerpunktthema der Sitzung um einen entscheidenden Aspekt bereichern. Denn die Zusatzstunden, die drei Kindergärten mit einem bis zu 70 Prozent hohen Migrationskinderanteil – Wermecker Grund, Lenneteich, Haus der Jugend – dadurch gewinnen, helfen genau da, wo auch der Integrationsrat Zusammenhänge sieht: Sprache, Bildung, Integration.

„Die größte Schwierigkeit, auf die wir immer wieder stoßen, ist die Sprache“, betonte Speckenbach auch in ihrem Vortrag, in dem es um gezielte Förderung für Migrantenkinder ging. Sie betonte die Rolle der Eltern und wie wichtig es sei, Kindergartenkinder nicht in den Einrichtungen abzugeben, ohne dass sie auch nur ein deutsches Wort sprächen: „Viele unserer Erzieherinnen haben deshalb den türkischen Satz gelernt: ‚Mama kommt gleich wieder‘.“ Speckenbach setzte ihre Hoffnung deshalb gestern auch auf die Multiplikatorenwirkung der Anwesenden, die über ihre Vereine den Appell an die Eltern weitertragen könnten, „ihren Kindern wenigstens das eine oder andere Wort auf Deutsch beizubringen“. Verallgemeinernd, auch das betonte sie, sei das aber keineswegs zu verstehen: Viele Eltern sprächen auch ganz ausgezeichnet Deutsch.

Zweites Thema war die von der Verwaltung angeregte Änderung der „Förderrichtlinien zur Zuschussvergabe für integrative Projekte“ ab 2012. Künftig sollen Vereine Veranstaltungskooperationen eingehen und der Integrationsgedanke einer Veranstaltung soll im Vordergrund stehen, falls man auf städtische Unterstützung zählt. Dabei gehe es nicht um Riesensummen, betonte Vorsitzende Evangelia Kasdanastassi: „Wir reden von insgesamt 2080 Euro für ausländische Vereine.“ Die sollen künftig gezielter verteilt werden. „Wahrscheinlich werden wir mit diesen Richtlinien keine Tanzkurse mehr fördern“, betonte Sozialamtsleiter Karl-Heinz Burghof. Der Integrationsrat nahm die Vorlage einstimmig an.

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