Gottesdienste, Krippenspiel und Christvesper

Heiligabend in die Kirche? So könnte Weihnachten in Corona-Zeiten aussehen

Weihnachten Corona Heilig Abend Kirchen Gottesdienste Tannenbaum
+
Das Weihnachtsfest könnte in diesem Jahr anders aussehen als sonst.

Normalerweise sind die Kirchen an keinem Tag im Jahr so voll wie an Heiligabend. Kinder, die für Krippenspiele geprobt haben, Gottesdienstbesucher, die sich dicht an dicht in den Kirchenbänken drängen und sogar Stehplätze in Kauf nehmen: Aber genau das wird in diesem Jahr nicht möglich sein.

Lüdenscheid - In allen Kirchengemeinden der Stadt wird derzeit überlegt, wie unter Corona-Bedingungen Weihnachten gefeiert werden kann. Gottesdienste unter freiem Himmel, kürzere Andachten anstelle von Christvespern, um zusätzliche Zeiten anbieten zu können, offene Kirchen den ganzen Tag über für persönliche Zeit zur Besinnung, Krippenspiele online übertragen, Livestreams aus Gottesdiensten: Es gibt viele Ideen, die in den verschiedenen Gemeinden überdacht werden, zum Teil auch schon recht konkrete Planungen. Aber alles steht unter dem Vorbehalt, dass auch kurzfristig alles noch einmal umgeschmissen oder zumindest überarbeitet werden muss, je nachdem, wie sich das Infektionsgeschehen vor Weihnachten gestaltet.

Brügge/Lösenbach

Nach dem massiven Anstieg der Infektionszahlen in der vergangenen Woche hat zum Beispiel die evangelische Kirchengemeinde Brügge/Lösenbach ihre bisherigen Ideen auf Eis gelegt. Jetzt möchte man mit konkreten Plänen lieber noch etwas warten und dann neu beraten, sagt Pfarrer Simon Schupetta.

St. Medardus

Ähnlich vorsichtig ist auch Andreas Rose, als Pfarrer von St. Medardus für alle katholischen Gemeinden der Stadt verantwortlich. Sicher sei auf jeden Fall, dass es verschiedene und vielfältige Angebote geben werde. Unter anderem könne er sich vorstellen, alle vier katholischen Kirchen zu öffnen. Für Maria Königin überlegt Pastor Hans Ferkinghoff, anstelle eines Familiengottesdienstes in der Kirche einen Krippengang mit verschiedenen Stationen zur Weihnachtsgeschichte aufzubauen.

Oberrahmede

In Oberrahmede steht bisher nur ein grobes Konzept mit drei Gottesdiensten für den Bezirk I rund um die Kirche. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es in diesem Jahr kein „Total Genial“-Weihnachtsmusical geben können, sagt Gemeindereferent Daniel Scharf. Alternativ werde überlegt, einen besonderen Familiengottesdienst zu gestalten, möglicherweise Open Air. Insgesamt soll es in beziehungsweise um die Kirche drei Gottesdienste, nachmittags, am späten Nachmittag und am späten Abend geben. Im Bezirk II gibt es ebenfalls erste Ideen, aber noch nichts Konkretes.

Ein Krippengang mit verschiedenen Stationen zur Weihnachtsgeschichte ist eine von vielen Möglichkeiten.

Versöhnungskirche

Die Versöhnungskirchengemeinde plant für Heiligabend in ihren beiden Predigtstätten insgesamt zehn Gottesdienste mit vorheriger Anmeldung anzubieten. Die Familiengottesdienste ab 15 und 16 Uhr sowie die Christvespern ab 17 und 18 Uhr sollen dabei einen zeitlichen Rahmen von einer halben Stunde nicht überschreiten, Sie werden, ebenso wie die Christmetten ab 23 Uhr, jeweils zeitgleich in der Erlöser- und der Apostelkirche stattfinden.

Christuskirche

Auch in der Christuskirchengemeinde wird überlegt, sowohl in der Christus- als auch der Markuskirche die Zahl der Gottesdienste am Heiligen Abend zu erhöhen, je nachdem was dann möglich sein wird.

Kreuzkirche

In der Kreuzkirche ist ein Gottesdienst ab 15.30 Uhr geplant, der über den Youtube-Kanal der Gemeinde live im Internet gestreamt werden soll. Unmittelbar teilnehmen können nur die Familien der Mitwirkenden des Krippenspiels. Für die Christvesper ab 17.30 Uhr soll die Teilnahme nur mit Anmeldung möglich sein. Außerdem soll die Christnacht ab 23 Uhr „ganz normal“ gefeiert werden.

Johanneskirche

Pfarrerin Ramona Winkler-Rudzio kündigt für die Johanneskirche an, „dass wir manche Dinge tun und andere nicht lassen“.

So soll nach Möglichkeit mindestens ein Gottesdienst am Heiligen Abend live gefeiert werden. Eventuell soll die Kirche zuvor mit verschiedenen Weihnachtsstationen geöffnet werden. Darüber hinaus soll es auf jeden Fall ein breites Internetangebot in der Advents- und Weihnachtszeit geben. Neben einem Online-Gottesdienst für den Heiligen Abend seien kurze Impulse denkbar, zum Beispiel als Ersatz für das traditionelle Weihnachtsliedersingen.

Geplant ist ein Weihnachtsweg

Geplant ist zudem ein Weihnachtsweg, auf dem die Menschen am Heiligen Abend spazieren gehen können, ähnlich wie Maria und Josef auf der Suche nach der Herberge. An verschiedenen Stationen soll mit QR-Codes der Zugang zu entsprechenden Beiträgen auf der Internetseite der Gemeinde ermöglicht werden.

Sicher ist eins: Das Weihnachtsfest 2020 wird anders als je zuvor und vor allem eine spannende Vielfalt an Formen bieten, mit denen Gemeinden die christliche Botschaft vermitteln.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare