Kritik am Zustand vor der Halle

Impfzentrum Lüdenscheid: Probleme beim Warten und Parken

Impfzentrum Lüdenscheid
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Im Impfzentrum des Märkischen Kreises in der Schützenhalle Loh sind am ersten Tag fast alle vereinbarten Schutzimpfungen erfolgt. Von 264 Terminen seien lediglich 14 nicht wahrgenommen worden.

Von vielen wurde die Inbetriebnahme des Impfzentrums in der Lüdenscheider Schützenhalle sehnlichst erwartet, am Ende erhielten genau 250 Senioren aus dem Märkischen Kreis am ersten Tag den Piks. Während die Verantwortlichen im Hinblick auf die Abläufe ein positives Fazit zogen, brachte jedoch das Winter-Wetter so manche Probleme mit sich.

Lüdenscheid – Von vielen wurde die Inbetriebnahme des Impfzentrums in der Lüdenscheider Schützenhalle sehnlichst erwartet, am Ende erhielten genau 250 Senioren aus dem Märkischen Kreis am ersten Tag den Piks. Während die Verantwortlichen im Hinblick auf die Abläufe ein positives Fazit zogen, brachte jedoch das Winter-Wetter so manche Probleme mit sich.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl 72.313 (Stand: 31.12.2019)

264 Termine wurden für diese Woche täglich vergeben – 14 Senioren nahmen diesen am Montag nicht wahr. Sie durften ihren Termin am Dienstag nachholen. „Mit dieser Zahl sind wir sehr zufrieden“, zog Kreissprecher Hendrik Klein ein positives Fazit des Auftakts. Was in „unzähligen“ Durchgängen im Vorfeld geprobt worden sei, habe sich am Ende bezahlt gemacht. „Man kann dem Team und allen Beteiligten des Impfzentrums, aber auch den zu impfenden Menschen ein dickes Kompliment aussprechen: Es ist ruhig und besonnen verlaufen“, lautete denn auch die Bilanz von Dr. Gregor Schmitz, ärztlicher Leiter des Impfzentrums im Kreis.

Impfzentrum Lüdenscheid: Impfreste an Rettungsdienst-Mitarbeiter verimpft

Bis 19.30 Uhr seien alle geplanten Impfungen in den zwölf Kabinen durchgeführt worden, zum Teil seien die Abläufe sogar beschleunigt worden, um unnötige Wartezeiten von jenen, die früher zur Schützenhalle gekommen waren, zu vermeiden. Und es gab noch weitere Impfungen, denn: Die sogenannten Impfreste wurden am Montag an Mitarbeiter der Rettungsdienste verimpft. „Das, was übrig bleibt, wird natürlich verwendet“, machte Klein auf Anfrage deutlich. Am Abend würden infrage kommende Personen kontaktiert und zeitnah geimpft. Zugleich müssten jene Impfdosen von den Personen verwahrt werden, die ihren Impftermin am Tag zuvor nicht wahrgenommen hatten. „Das muss eingeplant werden.“

Wie der Kreis weiter mitteilte, werde ab Montag auch vormittags geimpft. Durch die kurzfristige Zuteilung von knapp 3000 Impfdosen des Herstellers AstraZeneca könnten jetzt weitere Personen der höchsten Priorisierungsstufe (zum Beispiel ambulante Pflegedienste, Hospizmitarbeiter oder Rettungsdienstpersonal) bis Ende Februar geimpft werden. Impfberechtigte beziehungsweise ihre Arbeitgeber erhielten in den nächsten Tagen eine entsprechende Information vom Kreis oder direkt vom Impfzentrum. Die Terminbuchung erfolge über eine freigeschaltete Terminsoftware.

Impfzentrum Lüdenscheid: Keine weiteren Warteräume

Während die Abläufe im Impfzentrum also reibungslos vonstatten gingen, gab es im Hinblick auf das wetterbedingte Szenario vor der Halle hingegen Kritik: Nicht ausreichend geräumte Zufahrtsstraßen, beispielsweise die Reckenstraße, ein schneebedeckter Parkplatz, zu lange Rückwege und keine Aufenthaltsmöglichkeiten für die Wartenden in der Kälte – so manches sorgte am Premierentag für Unverständnis. „Es gibt einen Wartebereich zu Beginn der Impfstraße“, erläutert der Pressesprecher. Allerdings sei dieser für jene ausgelegt, die kurz vor ihrem Termin stünden, sowie ihre Begleitperson.

Ein zusätzlicher Wartebereich für jene, die deutlich zu früh kämen, sei unter den Corona-Aspekten jedoch nicht möglich. „Denn was wir nicht gebrauchen können, ist, dass uns jemand das Virus ins Haus bringt. Deshalb gibt es so strikte Abläufe und strikte Regeln.“ Auch eine Aufenthaltslösung im benachbarten Restaurant Castello sei nicht machbar, wie Felice Bucci auf Anfrage erklärt: „Wir als Gaststätte sind gebunden an den Lockdown und können deswegen keinen Wartebereich in unserem Restaurant anbieten.“

Zudem hat Bucci Verständnis für die Tatsache, dass nicht noch mehr Platz für Wartende im Gebäude zur Verfügung gestellt werden könne. „Man sollte möglichst zeitnah zum Termin erscheinen, aber nicht überpünktlich. Anderthalb Stunden vor dem Termin zu kommen, ist zu früh.“ Ebenso könne er keine Getränke vor Ort anbieten, da der Verzehr im Umkreis von 50 Metern nicht erlaubt sei, erklärte der Gastronom.

Impfzentrum Lüdenscheid: Rückweg sei nicht anders umzusetzen

Die von ihm beauftragte Gärtnerei Kissing ist für die Räumung rund um die Schützenhalle verantwortlich, der STL für die Zufahrtsstraßen. Da der Parkplatz zur Öffnung des Impfzentrums am Montag noch schneebedeckt war, wurde dieser „so gut es noch ging“ (Bucci) geräumt. Der Parkplatz ist vom Kreis angemietet und wird nach dem anfänglichen Missverständnis vom Montag fortan ebenfalls von der Gärtnerei Kissing geräumt.

Im Hinblick auf den beschwerlichen Rückweg in Richtung Parkplatz, auf dem ein Senior mit Rollator zu Fall gekommen war, machte Hendrik Klein deutlich: „Der Rückweg hängt mit der Einbahnstraßen-Regelung der Impfstraße zusammen – und ist nicht anders umzusetzen.“ Man sei dem Vorfall nachgegangen, jedoch habe es sich um einen Einzelfall gehandelt. „Wir geben uns die größte Mühe und sind alle frohen Mutes.“

Bevor die Senioren den Rückweg antreten, müssen sie natürlich geimpft werden. Am Dienstag war den Wartenden vor der Schützenhalle die Vorfreude auf den Termin anzumerken. „Ich möchte mich impfen lassen, damit ich nicht krank werde. Ich und bin auch froh ,dass ich einen frühen Termin bekommen habe“, sagt Jörg Eschwei, der aus Altena angereist war. Ebenso freudig zeigte sich Horst Rödding. Der 82-jährige Iserlohner wurde von seiner Tochter Christina Will begleitet und lässt sich aus einem ganz bestimmten Grund impfen: „Ich möchte mein Leben ja noch genießen.“

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