Vom Einchecken bis zum Tag danach

Impfung im Impfzentrum: Der Weg zum lang ersehnten Piks

Edith Lindenborn (85) gehörte zu den Ersten, die im Lüdenscheider Impfzentrum den ersehnten Piks erhielten. Begleitet wurde sie dabei von ihrer Tochter Monika Lüsebrink.
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Edith Lindenborn (85) gehörte zu den Ersten, die im Lüdenscheider Impfzentrum den ersehnten Piks erhielten. Begleitet wurde sie dabei von ihrer Tochter Monika Lüsebrink.

Sie war eine der ersten Geimpften im Impfzentrum des Märkischen Kreises. Edith Lindenborn berichtet vom für sie historischen Tag.

Lüdenscheid – „Ich habe mich einfach gefreut, dass ich schon dran bin – und dass am Ende alles so gut geklappt hat.“ Wenn die Meinerzhagenerin Edith Lindenborn vom 9. Februar erzählt, dann tut sie dies voller Freude und Erleichterung. Es war der Tag, an dem die 85-Jährige ihre erste Coronaschutzimpfung bekam. Damit gehörte sie zu den Ersten, die sich im Lüdenscheider Impfzentrum ihren Piks abholen durften. „Es ging alles ratzfatz, alle waren nett und freundlich und es gab immer Personen, die einem bei Bedarf geholfen hätten“, spricht sie den Personen vor Ort ein großes Lob aus.

Auf fremde Hilfe musste die rüstige Seniorin jedoch nicht zurückgreifen, hatte sie mit ihrer Tochter Monika Lüsebrink doch eine vertraute Begleitperson an ihrer Seite. Deren Mann Hans-Werner war es auch, der sich am Morgen der Termin-Vergabe hinsetzte und über die verschiedenen „Kanäle“ versuchte, einen Termin zu vereinbaren. Nach einigen Verzögerungen am Morgen ging es dann beim zweiten Versuch am Nachmittag umso schneller. „Innerhalb von fünf Minuten hatten wir beide Termine – auf die Bestätigung per Mail warten wir allerdings heute noch“, sagt der Lüdenscheider.

Weil am Tag der Impfung der Winter zurückgekehrt war, holte das Paar die Meinerzhagenerin bereits am Vormittag aus dem Listertal in die Bergstadt. Noch bevor es am späten Nachmittag losging und die Nervosität stieg, füllte die Familie gemeinsam die notwendigen Formulare zur Einwilligung, Anamnese und Aufklärung aus. „Das hatten wir dann schon mal fertig. “

Pünktlich um 17.20 Uhr erreichten die beiden Frauen schließlich den Parkplatz der Schützenhalle – genau zehn Minuten vor dem Termin. Von langen Schlangen vor dem Eingang – wie noch am Vortag – keine Spur. „Wir hatten uns nach den Berichten vom Vortag extra warm angezogen, konnten dann aber im Zelt direkt zur Registrierung durchgehen“, erinnert sich Monika Lüsebrink. „Da wurde der Name dann auf einer Liste abgehakt – und zwar ganz analog, das hat mich schon ein wenig gewundert.“

Hilfe ist immer da

Eingehakt ging es schließlich die Stufen ins Foyer der Halle hoch. „Das ist natürlich für Menschen mit Rollator nicht ganz ohne, aber es ist immer jemand da, der einem hilft. Man muss die Hilfe nur annehmen,“ möchte Lüsebrink mögliche Kritik nicht gelten lassen. Nach dem Desinfizieren der Hände und dem Fiebermessen ging es für Edith Lindenborn und ihre Tochter schließlich zu einer der beiden Anmelde-Stationen und direkt weiter zum Arztgespräch. „Die Dame hat noch einmal die Formulare gesichtet und abgehakt und nach der Einnahme von Blutverdünnern gefragt. Als meine Mutter dies verneinte, wurden wir auch schon auf der Impfstraße in Empfang genommen.“

In Kabine 2b erhielt Edith Lindenborn schließlich die lang ersehnte Impfung. „Es hat auch gar nicht wehgetan“, betont die 85-Jährige. Mit den entsprechenden Vermerken in den Unterlagen und im Impfpass ging es schließlich in einen Aufenthaltsraum zum Ausruhen. 15 Minuten später folgte der letzte bürokratische Akt: die Abmeldung. Auch dort wurden die Formulare noch einmal gesichtet und abgeheftet – für den zweiten Impftermin.

Großer bürokratischer Aufwand

„Das war schon eine ganz schöne Zettelwirtschaft mit großem bürokratischen Aufwand. Da könnten digitale Hilfen vieles vereinfachen“, ist sich Monika Lüsebrink sicher. Und doch: Um 17.50 Uhr standen die Mutter und Tochter wieder auf dem Parkplatz. Zwar sei der Rückweg für Gehbehinderte nicht ganz einfach gewesen, „aber da gibt es in Lüdenscheid im Winter schlimmere Stellen“. Alles in allem habe das Ganze also gerade mal eine halbe Stunde gedauert. „Es war alles gut organisiert, alles ist ruhig abgelaufen und die Geimpften waren happy.“ Und ihre Mutter ergänzt: „Angst hatte ich nicht vor dem Piks, sondern vor dem Papierkram.“

Nach anfänglichen Schmerzen im Oberarm, die nach einem Tag aber schon wieder verschwunden waren, sieht Edith Lindenborn nun frohen Mutes ihrem zweiten Termin Anfang März entgegen. Dass sie sich impfen lässt, war für die Meinerzhagenerin keine Frage. „Was soll mir denn noch passieren?“, fragt sie lachend. Vielmehr wünscht auch sie sich, dass der Alltag langsam wieder zurückkehrt: Die Canasta-Runden, der Sport im Turnverein, das Kaffeetrinken mit Bekannten und das Schwimmen am Nattenberg zwei Mal in der Woche – „all das fällt natürlich weg. Jetzt habe ich nur noch den Wald“, lässt sich die 85-Jährige dennoch nicht unterkriegen. „Ich hoffe jetzt einfach, dass ich mich durch die Impfungen nicht mehr anstecken kann und es irgendwann wieder losgeht. Meine Schwimmtasche ist immer gepackt.“

Monika Lüsebrink (62) selbst wird wohl noch etwas auf ihre Impfungen warten müssen. „Aber ich habe keine Angst und bin vorsichtig. Mir ist es wichtig, dass meine Mutter und bald auch mein Mann geimpft sind – dann wird alles ein wenig entspannter.“

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