Dreist, aber nicht verboten

Impfvordrängler schleichen sich im Impfzentrum ein - mit zwei Tricks

Impfvordrängler gibt es auch in Lüdenscheid - zumindest welche, die es versuchen. Das bestätigt Kreissprecher Hendrik Klein auf Anfrage unserer Zeitung.

Lüdenscheid – Mehrere nicht impfberechtigte Personen hätten in der ersten Woche seit der Öffnung des Impfzentrum Lüdenscheid versucht, eine Coronaschutzimpfung zu erhalten. Dabei kam es auch zu unschönen Szenen, wenn Impfvordrängler abgewiesen wurden und sich damit nicht einverstanden zeigten. Nach Angaben des Märkischen Kreises blieb es in allen Fällen beim Versuch, es seien keine Impfdosen an Unberechtigte verimpft worden.

Kreis Märkischer Kreis
VerwaltungssitzLüdenscheid
Einwohner410.222 (Stand: 31. Dezember 2019)
Fläche1.061,06 Quadratkilometer

Impfvordrängler versuchen ihr Glück im Impfzentrum Lüdenscheid

Zwei Varianten des Vordrängelns hat das Team des Impfzentrums in der ersten Impfwoche kennengelernt. Zum einen gab es diejenigen, die versuchen, sich ohne Termin ins Impfzentrum einzuschleichen. „Diese Personen haben keinen Termin und kommen gegen Ende des Tages zum Impfzentrum und bieten dem Impfteam an, sich die nicht verbrauchten Impfdosen verabreichen zu lassen“, erklärt Kreissprecher Klein.

Da im Impfzentrum jedoch die Möglichkeit besteht, die Impfvials gekühlt zu lagern, gingen sie leer aus. Aufgrund dieses Vorrats gelang es dem Impfzentrums-Team am Sonntag noch 70 zusätzliche Impfdosen an die wartenden Menschen auszugeben.

Impfzentrum: Jüngere legen Terminbestätigung vor - werden aber abgewiesen

Die zweite Variante ist noch etwas dreister. Zumindest zeitweise war es auf der Buchungshomepage der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) offenbar möglich, dass Menschen, die nicht die höchste Impfpriorität haben, einen Termin vereinbaren konnten. Bislang wurden im Impfzentrum in Lüdenscheid nur Personen geimpft, die zum Zeitpunkt der Impfung ihren 80. Geburtstag vollendet hatten. Nach Darstellung des Märkischen Kreises wurde in einigen Fällen das Alter des Impflings bei der Terminbuchung nicht abgefragt.

So habe es auch deutlich jüngere Märker gegeben, die im Impfzentrum eine Bestätigung für einen Impftermin vorlegten. Spätestens als beim Abgleich der Daten auffiel, dass sie noch keine 80 sind, seien diese Personen wieder nach Hause geschickt worden, erklärt Hendrik Klein. Das führte zu Unverständnis.

Doch: Das Impfzentrum halte sich streng an die Vorgaben und impfe den Biontech/Pfizer-Impfstoff nur an Über-80-Jährige. Seit Montag wird zudem der Astrazeneca-Impfstoff in einer eigenen Impfstraße im Impfzentrum an Mitarbeiter von Rettungsdiensten und ambulanten Pflegediensten verimpft.

Rubriklistenbild: © Cédric Nougrigat

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