Lüdenscheiderin setzt sich durch

Noch keine 80, aber schon einen Impftermin: Paar ignoriert Schreiben und hat Erfolg

Corona Impfen
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Im Anschreiben werden 79-Jährige gebeten, sich noch zu gedulden.

Sie ist noch keine 80 und sollte deswegen auch noch keinen Impftermin bekommen - hieß es in einem Schreiben des Märkischen Kreises. Doch die Lüdenscheiderin Jutta Denker setzte sich durch.

Lüdenscheid - Zwei Briefe erhielt das Ehepaar Denker aus Lüdenscheid in der vergangenen Woche vom Märkischen Kreis. Hans Decker ist 83 Jahre alt und wird in seinem Schreiben von Landrat Marco Voge herzlich eingeladen, sich im Impfzentrum einen Termin für die Coronaschutzimpfung zu sichern. Hans Denker gehört als Über-80-Jähriger zur Gruppe mit der höchsten Impfpriorität. Klar, dass er sich impfen lassen will – am liebsten mit seiner Frau gemeinsam.

Jutta Denker bekam ebenfalls einen persönlichen Brief des Kreises, allerdings mit anderem Inhalt. Betreff: „Wichtige Vorab-Informationen zur Corona-Schutzimpfung“. Jutta ist nämlich noch keine 80 Jahre alt. Den runden Geburtstag feiert die 79-Jährige am 8. Februar – dem Tag, an dem das Impfzentrum in Lüdenscheid den Betrieb aufnimmt. In dem Dokument schreibt ihr der Kreis: „Nachdem nun zunächst u.a. der ersten Gruppe der über 80jährigen (sic) der Zugang zu Impfungen ermöglicht wird, soll das Impfangebot dann im nächsten Schritt für weitere Personengruppen geöffnet werden. Dazu gehören dann auch Sie, die Sie in der Zeit zwischen dem 01.02.2021 und dem 31.12.2021 Ihren 80. Geburtstag feiern.“ Im nächsten Absatz erfährt Jutta Denker dann, dass „nachdem die Impfwilligen der Generation 80+ mit Terminen versehen sind“ auch sie weitere Informationen und die Möglichkeit erhält, einen Termin für die Coronaschutzimpfung im Impfzentrum zu vereinbaren. „Bis dahin müssen wir gemeinsam noch etwas Geduld haben.“.

3600 Briefe im MK verschickt

3 600 solcher Schreiben an alle 79-Jährigen, die nach dem 31. Januar 80 werden, verschickte der Märkische Kreis in der vergangenen Woche. Das Problem: Die Angaben sind teilweise falsch, zumindest aber veraltet. Anders als in dem offiziellen Brief beschrieben, muss sich Jutta Denker nämlich gar nicht gedulden. Ganz im Gegenteil: Sie hat sogar ein Anrecht auf die Impfung – sobald sie 80 ist. Kurz vor Beginn der Terminvergabe am 25. Januar stellte das NRW-Gesundheitsministerium unmissverständlich klar: „Am Tag der Verimpfung muss die entsprechende Person 80 Jahre alt sein.

Das bedeutet, dass Menschen auch im Alter von 79 Jahren einen Impftermin vereinbaren können, wenn Sie kurz vor ihrem 80. Geburtstag stehen.“ Mit diesem Wissen ausgestattet, beauftragte das Ehepaar Denker ihre Enkelin, online einen Termin zu vereinbaren – und zwar für beide. Jutta und Hans Denker haben einen Impftermin am 12. Februar bekommen – im Abstand von nur wenigen Minuten. Ein echter Glücksfall, der anderen nicht vergönnt war. Viele Paare aus dem Umland wünschen sich, dass sie ihren Impftermin gemeinsam wahrnehmen können – allein schon wegen der teils langen Fahrtzeiten zum Impfzentrum. Eine Garantie gibt es dafür nicht.

Dass sie zur Impfung gehen, war für die Denkers nie eine Frage. „Wir lassen uns jedes Jahr gegen die Grippe impfen und hatten nie Probleme, sonst wären wir ja nicht so alt geworden“, glaubt Jutta Denker. Der Kreis will nach Angaben seines Sprechers Hendrik Klein die 79-Jährigen übrigens nicht erneut anschreiben – trotz der fehlerhaften Angaben in den 3 600 Info-Briefen.

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