Impfstart bei Altenheim im MK

Zwischen „toller Erfahrung“ und Skepsis

Die Medizinische Fachangestellte Karin Ulrich zieht eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff auf.
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Impfstart in Lüdenscheid: Die Medizinische Fachangestellte Karin Ulrich zieht eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff auf.

Es wird geimpft: Am Donnerstag waren Dr. Jan Felix Fritsch und Kris Landscheidt, Ärzte einer Altenaer Gemeinschaftspraxis, im Amalie-Sieveking-Seniorenheim am Annaberg unterwegs.

Lüdenscheid - Mitarbeiter und Bewohner, die ihre Bereitschaft zur Impfung erklärt hatten, wurden an diesem Tag erst getestet, dann geimpft. Laut Auskunft des Kreises handelte es sich dabei um die erste Senioreneinrichtung in Lüdenscheid, in der geimpft wurde. „Wir sind alle euphorisiert“, sagte Ines Zimmermann, Einrichtungs- und Pflegedienstleitung des Hauses: „Das war eine tolle Erfahrung.“ Und es war ein ungewöhnlicher Tag für alle Beteiligten, der für viel Gesprächsstoff sorgte.

Nur 17 von 65 Mitarbeitern für Impfung

Von Corona sei man bislang im Heim weitgehend verschont geblieben. Nur eine Person habe die Krankheit in der Vergangenheit gehabt. Für jeden im Haus begann der Tag aber sicherheitshalber mit einem Corona-Schnelltest: „Wer positiv ist, wird nicht geimpft“, lautete die Maßgabe. Aber alle seien negativ gewesen, wusste das Team, als die Impfungen gegen 12.30 Uhr begannen. Zunächst waren die Mitarbeiter an der Reihe. 18 von 65 wollten sich ursprünglich impfen lassen, einer sei dann aber noch abgesprungen, erzählt Ines Zimmermann. Vielleicht hätte man noch mehr Aufklärung und Schulungen anbieten müssen, vermutet sie. Aber ein ausführlicher Aufklärungsbogen des Robert-Koch-Instituts (www.rki.de) zur Schutzimpfung gegen Covid-19 sei vorher verteilt worden und habe eigentlich jede Frage darüber, „was im Körper passiert“, verständlich beantwortet. Unter anderem wird darin nochmals ausdrücklich betont, dass der Impfstoff nicht infektiös sei und die darin „enthaltende mRNA wird nicht ins menschliche Erbgut eingebaut, sondern im Körper nach einigen Tagen abgebaut“. Darüber hinaus habe es Gespräche mit den Ärzten gegeben. Für sie selbst sei es keine Frage gewesen: „Natürlich lasse ich mich impfen.“

Der Auffassung waren auch die meisten der Bewohner. „Es machen 47 von 60 mit“, war der Stand am Vormittag. Der Älteste sei 97 Jahre alt, so Zimmermann. 38 über 80-Jährige leben am Annaberg. Unter den Bewohnern, die auf eine Impfung verzichten wollten, seien vor allem die Jüngeren. Und eine alte Dame, „die schlechte Erinnerungen an eine Diphtherie-Impfung im Krieg hat“. Aber selbst die überlege nun, sich doch impfen zu lassen, sagte Ines Zimmermann zum Auftakt der Aktion, für die sich das Heim über die Homepage der Kassenärzlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) angemeldet hatte. Nach 21 Tagen folgt nun der zweite Impftermin. Dann würde das ärztliche Team noch ein drittes Mal kommen, falls weitere Mitarbeiter und Bewohner sich zwischenzeitlich ebenfalls für den Stich in den Oberarmmuskel entscheiden.

Für Ines Zimmermann sind die Erfahrungen mit dem Impftag im Seniorenheim jedenfalls durchweg positiv. „Ich möchte dazu aufrufen, sich impfen zu lassen“, sagte sie aus voller Überzeugung. „Pulli ausgezogen, Spritze ‘rein, Pulli wieder an, alles tippitoppi“, sagt sie. Sie habe nichts gespürt.

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