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Impfpflicht vor Kita-Start: 119 Kinder aus MK nicht gegen Masern geimpft

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Von: Leon Malte Cilsik

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Seit 1. März 2020 greift die Masern-Impfpflicht für Neuaufnahmen in Kitas und Schulen.
Seit 1. März 2020 greift die Masern-Impfpflicht für Neuaufnahmen in Kitas und Schulen. © DPA

Die zweite Stufe der Masern-Impfpflicht könnte ab Anfang August zur nächsten Belastungsprobe für die Gesundheitsämter werden.

Märkischer Kreis – Seit über zwei Jahren gilt in Deutschland ein Gesetz, das den Schutz vor Masern in Kindergärten, Schulen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen sowie in medizinischen Einrichtungen fördern soll. Eine Ausweitung der bestehenden Regelung mit Beginn des neuen Kindergartenjahres ab dem 1. August könnte nun zur nächsten Belastungsprobe für die Gesundheitsämter werden.

Der Hintergrund: Seit 1. März 2020 greift die Masern-Impfpflicht für Neuaufnahmen in Kitas und Schulen. In einer zweiten Stufe müssen bis zum 31. Juli auch für Kinder Impfnachweise vorgelegt werden, die am 1. März 2020 schon in den Einrichtungen waren. Ebenfalls müssen nach 1970 geborene Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen arbeiten – zum Beispiel Erzieher, Lehrer, Tagespflegepersonen und medizinisches Personal – zukünftig einen Schutz gegen Masern aufweisen. Auch Asylbewerber und Geflüchtete müssen vier Wochen nach Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft einen entsprechenden Impfschutz besitzen.

Im Märkischen Kreis gebe es aktuell insgesamt 119 Fälle, bei denen die Änderungen relevant werden, die entsprechenden Impfnachweise also bislang fehlen. „Es handelt sich dabei ausschließlich um Minderjährige, Kita- und Schulpersonal ist nicht betroffen“, teilte Kreis-Pressesprecher Alexander Bange auf Anfrage unserer Zeitung mit. „Alle Betroffenen sind vom Gesundheitsamt angeschrieben und auf die Impfpflicht hingewiesen worden“, versichert er. Erste Impfnachweise seien daraufhin bereits eingegangen.

Gibt es keine Reaktion auf die Verpflichtung, findet zunächst eine Anhörung statt. Erst danach könnten nichtgeimpfte Kinder dem Gesetz zufolge vom Kita-Besuch ausgeschlossen werden. An Schulen geht das wegen der Schulpflicht nicht.

Bange hebt den hohen Arbeitsaufwand hervor, der für die Gesundheitsbehörden mit der zweiten Stufe der Masern-Impfpflicht verbunden sei: „Für das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises stellen die Änderungen eine weitere Herausforderung dar, die mit vereinten Kräften gestemmt wird, aber zusätzliches Personal bindet.“

Der Landkreistag habe daher bereits beim Bundesgesundheitsministerium um eine Verschiebung über den 31. Juli hinaus gebeten. Das wäre zumindest nichts Neues: Die Frist wurde zuvor bereits zwei Mal verlängert, ursprünglich sollte sie bereits 31. Juli vergangenen Jahres enden.

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