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Impf-Restart im Impfzentrum MK: Priorisierung bleibt bestehen, sie heißt nur nicht mehr so

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Von: Jan Schmitz

Ungeimpfte sind nach zweiwöchiger Pause ab Mittwoch im Impfzentrum Lüdenscheid wieder willkommen.
Ungeimpfte sind nach zweiwöchiger Pause ab Mittwoch im Impfzentrum Lüdenscheid wieder willkommen. © Cornelius Popovici

Jens Spahn höchstselbst hob die Impfpriorisierung auf. Jeder könne sich ab dem 7. Juni um einen Impftermin bemühen, sagte der Gesundheitsminister. Nachdem die Impfzentren in Lüdenscheid und Iserlohn anschließend nur Zweitimpfungen durchführten, werden ab Mittwoch auch wieder Erstimpfungen angeboten – allerdings nicht für jeden oder jede.

Wir haben die wichtigsten und drängendsten Fragen zum Restart im Impfzentrum und die Antworten darauf zusammengestellt.

Die Impfpriorisierung sollte fallen, jetzt wird in den Impfzentren doch wieder priorisiert. Warum?

Der Kreis verweist auf die Vorgaben des NRW-Gesundheitsministeriums, nach denen nur bestimmte Gruppen in den kommunalen Impfzentren geimpft werden sollen. „Die Politik nennt es nicht mehr Priorisierung, sondern Schwerpunkte setzen“, sagt Kreissprecher Alexander Bange. Fakt ist: Es gibt weiterhin viel weniger Impfstoff als erwartet, daher könne auch nicht jeder geimpft werden.

Wer hat überhaupt Chancen auf eine Erstimpfung in den Impfzentren?

Auf Nachfrage teilt der Kreis mit, dass das Land NRW folgende Gruppen bei der Terminvergabe vorziehen will: Neben Personen ab 60 Jahren, Beschäftigten in Krankenhäusern sowie in (teil-)stationären Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Werkstätten für Menschen mit Behinderung können auch Angehörige von Risikogruppen geimpft werden. Der Nachweis der Vorerkrankung erfolgt über eine Bescheinigung des behandelnden Arztes, die zum Impfzentrum mitzubringen ist, heißt es vom Kreis.

Also bräuchte sich ein 35-Jähriger ohne Vorerkrankungen derzeit erst gar nicht um einen Impftermin zu bemühen?

Zumindest nicht im Impfzentrum. Laut Kreis können sich „in Arztpraxen oder bei Betriebsimpfungen weiterhin alle – unabhängig von Alter und Vorerkrankungen – um eine Impfung bemühen.“ Die Betriebsärzte im Arbeitsmedizinischen Zentrum in Lüdenscheid (AMZ) führten in den vergangenen zwei Wochen 698 Erstimpfungen mit dem Biontech-Vakzin durch. Die Nachfrage ist deutlich größer als das Angebot an Impfstoff, sagt der ärztliche Leiter, Dr. Rainer Quakulinski-Berninghoff. Auch die Arztpraxen können längst nicht allen Impfwilligen ein Impfangebot machen.

Ab wann können Impfberechtigte einen Termin für eine Erstimpfung im Impfzentrum buchen?

Termine können ab Mittwoch, 23. Juni, 8 Uhr, unter Telefon 0800/11611702 oder online unter www.116117.de gebucht werden. Die ersten freien Termine gibt es am Freitag. Für die Impfstellen in Lüdenscheid und Iserlohn sind dem Kreis bis zum 4. Juli etwa 7 000 Biontech-Impfdosen für Erstimpfungen zugewiesen. Wer keinen Termin im Impfzentrum gebucht hat oder nicht impfberechtigt ist, müsse leider vor Ort abgewiesen werden, heißt es aus dem Kreishaus.

Ist es richtig, dass außer der Reihe Termine für Erstimpfungen im Impfzentrum Lüdenscheid vergeben wurden?

Ja. Der Märkische Kreis bestätigte, dass am Sonntag kurzfristig 450 Termine für Erstimpfungen über das kreiseigene Samedi-Buchungsportal freigeschaltet und innerhalb einer Stunde vergeben worden waren. Diese Impfungen sollen am Mittwoch und Donnerstag durchgeführt werden. Der Kreis sprach von einer „pragmatischen Lösung“, mit der übrig gebliebene Impfdosen verimpft wurden. Inzwischen sei das kreiseigene Buchungsportal für Erstimpfungen wieder geschlossen.

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