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Impf-Apotheker im MK: Hürden für die Impfberechtigung

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Von: Leon Malte Cilsik

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Dr. Gunther Fay, Staberg Apotheke, Corona-Impfstoff
Anfang Februar hofft Dr. Gunther Fay, mit der Terminvergabe für Covid-Impfungen in der Staberg Apotheke beginnen zu können. Großen Andrang erwartet er zu Anfang nicht. © Malte Cilsik

Seit Dienstag ist die neue Corona-Impfverordnung in Kraft, welche es auch Apotheken ermöglicht, Personen ab 12 Jahren gegen Covid-19 zu impfen. Zumindest in der Theorie – denn eine Impfberechtigung ist mit mehreren bürokratischen und logistischen Hürden verbunden.

Lüdenscheid – Drei Bedingungen müssen Apotheken laut der Landesapothekenkammer erfüllen, um die Berechtigung zum Impfen zu erhalten: Geschultes Personal, speziell ausgestattete Räumlichkeiten und eine entsprechende Betriebshaftpflichtversicherung.

Erfüllen kann diese in Lüdenscheid beispielsweise die Staberg-Apotheke – auch wenn sie dafür an anderer Stelle Abstriche machen muss. Leiter Dr. Gunther Fay erklärt: „Im Märkischen Kreis fehlt es aktuell an ausgebildetem Personal. Die Ausstellung von Zertifikaten bindet viele Ressourcen. Daher werden wir zwar gegen Covid impfen, allerdings nicht gegen Grippe.“ Nur er selbst werde in der Staberg-Apotheke zukünftig die Impfungen vornehmen. „Ich habe bereits eine Schulung zur Grippe-Impfung durchlaufen, diese Woche nehme ich an einer Fortbildung zu Corona teil“, sagt der Apothekenleiter. Er hofft, Anfang Februar die ersten Termine vergeben zu können. Denn die Impfstoffbeschaffung sei nicht ganz unkompliziert. „Das breite Impfangebot ist natürlich eine gute Sache, jedoch erschwert es teilweise auch die Organisation der Impfstoffverteilung.“ Denn diese sei streng reglementiert. Jedoch rechnet Fay trotzdem nicht mit einer Knappheit, denn zumindest kurzfristig erwarte er keine große Nachfrage. „Vor Weihnachten gab es einen großen Andrang auf die Impfungen. Die Menschen wollten zu ihrer Familie oder in den Urlaub. Gleiches wird wahrscheinlich wieder rund um Ostern zu erwarten sein, aktuell rechnen wir aber mit einer geringeren Nachfrage.“

Auch Burkhard Waimann, Leiter der Lünsche-Apotheke, möchte gerne im Februar mit dem Impfen beginnen. Er habe zwar bereits die notwendigen Fortbildungen durchlaufen, jedoch sei ein früherer Start trotzdem nicht möglich. „Es fehlen noch letzte Abstimmungen darüber, wie die Apotheken die durchgeführten Impfungen dokumentieren und melden müssen“, sagt er. Neben Waimann sei noch eine weitere Mitarbeiterin für das Impfen qualifiziert. Die übrigen Angestellten hätten in den Impfzentren zumindest die Vorbereitung der Spritzen gelernt, sodass Waimann das Impfen in der Lünsche Apotheke zur „Teamsache“ erklärt.

Doch nicht alle Lüdenscheider Apotheken stehen schon in den Startlöchern. Für manche seien die bürokratischen, personellen und logistischen Hürden zu hoch, wie unter anderem Claus Lueb, Inhaber der Rats-Apotheke, sagt. „Die Apothekenkammer Westfalen Lippe hat nur ein begrenztes Angebot für die Covid-Impfschulungen. Da ist es schwierig, einen Platz zu bekommen.“ Er selbst habe auch noch nicht an einem Modellprojekt zur Grippeimpfung teilgenommen, welches ihn ebenfalls für die Covid-Impfungen qualifizieren könnte. „Aber selbst mit geschultem Personal würden die Impfungen für uns logistisch schwierig werden. Räumlichkeiten in der Innenstadt sind rar und der Impfstoff schwer zu bekommen.“

Die Hirsch-Apotheke nimmt ebenfalls vorerst Abstand von den Corona-Impfungen – wenn auch aus anderen Gründen. „Prinzipiell befürworten wir die Impfungen in den Apotheken, da das Angebot so noch niedrigschwelliger wird. Doch aufgrund unserer personellen Kapazitäten konzentrieren wir uns lieber weiter voll auf unsere pharmazeutischen Tätigkeiten“, sagt Apothekerin Annika Wallau. Die Hirsch- Apotheke sei aktuell an der Entwicklung eines pflanzlichen Corona-Heilmittels beteiligt, was großen Aufwand bedeute. Sollte sich daran etwas ändern, schließt Wallau zukünftige Impfungen aber nicht aus.

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