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Immo-Preise in Lüdenscheid sinken – wegen der A45-Sperrung

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Von: Thilo Kortmann

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Die Preise für Häuser und Wohnung sinken in Lüdenscheid wegen der Brückensperrung.
Die Preise für Häuser und Wohnung sinken in Lüdenscheid wegen der Brückensperrung. © Marijan Murat

Wir haben mit Fachmann Osman Cilingir über die aktuellen Entwicklungen im Lüdenscheider Immobilienmarkt gesprochen.

Als Osman Cilingir im Jahr 1990 sein erstes Büro in der Bergstadt bezog, sei er zunächst als Dienstleistungsbetrieb der türkischen Gemeinde angesehen worden. Nach mehr als 30 Jahren habe Immobilien Cilingir jedoch mehr als 6000 Kunden aus den verschiedensten Nationalitäten in der Region.

Sein Unternehmen mit Büro an der Werdohler Straße verstehe sich insofern als „Brückenbauer“ und sei sich der Verantwortung bewusst, die so eine einzigartige Stellung mit sich bringe.

Herr Cilingir, wie hat sich die Immobilienbranche im vergangenen Jahr verändert?

Die Häuser sind zwischen zehn bis zwölf Prozent günstiger geworden. Es geht eigentlich noch. Wir kriegen immer noch alle Häuser verkauft

Was sind die Gründe für den Preisrückgang?

Ein Grund sind sicherlich die Zinsen, die derzeit bei rund 4,5 Prozent liegen. Besser wären 1,5 bis 2 Prozent wie in den Jahren zuvor.

Speziell Lüdenscheid ist ja betroffen von der Brückensperrung. Inwieweit wirkt sich das auf den Immobilienmarkt aus?

Die Sperrung der Brücke wirkt sich in dem Maße aus, dass wir seitdem 17 bis 19 Prozent an Kunden von außerhalb verloren haben. Wegen der Brücke haben sie das Interesse verloren. Kunden sagen jetzt für Hagen ja, für Lüdenscheid nein. Oder warten solange ab, bis eine neue Brücke gebaut worden ist. Die Brücke muss gebaut werden. Das soll ja in fünf Jahren der Fall sein.

Gibt es Unterschiede bei den Immobilien?

Für Einfamilienhäuser bekommen wir gerade rund 13 bis 14 Prozent weniger; für Mehrfamilienhäuser dagegen rund 8 bis 10 Prozent. Und natürlich gibt es bevorzugte Lagen und eben die nicht so bevorzugten. Die Brücke hat auch hier ihren Teil dazu beigetragen.

Wirken sich die anderen Krisen auch auf die Situation in Lüdenscheid aus?

Momentan herrscht angesichts des Ukrainekriegs weitverbreitet Angst und Unsicherheit. Das spürt man. Der Krieg soll ja sehr lange gehen, wie man von Experten hört. Und wie geht das mit dem Krieg weiter? Das verängstigt viele. Auch das hält Menschen hier in Lüdenscheid vom Kauf eines Hauses ab.

Und die Energiekrise?

Die Gaskosten sind momentan besonders extrem und problematisch. Ein Umstieg als Hausbesitzer auf Wärmepumpen ist gerade kaum möglich, weil diese sehr schlecht zu bekommen sind. Da gibt es sehr lange Wartezeiten. Hinzu kommt, dass es beim Baumaterial zurzeit eine starke Inflation gibt. Jedoch: Wer heutzutage ein Haus kauft, renoviert oder baut, der weiß auch, worauf er sich einlässt. Da bin ich mir sehr sicher.

Wie sieht Ihre Prognose für den Immobilienmarkt in den nächsten Jahren aus?

Für Lüdenscheid ist das Wichtigste, dass die alte Brücke abgerissen und eine neue Brücke so schnell wie möglich gebaut wird. Die Brücke ist gerade das allergrößte Problem bei der Entwicklung der Immobilien hier in der Stadt.

Herr Cilingir, vielen Dank für das Gespräch.

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