Immer wieder neue „Baustellen“ für Behinderte

Die Behindertenvertretung hat getagt.

LÜDENSCHEID ▪ Wer sich um Behindertenbelange kümmert, wünscht sich den großen Wurf, bleibt aber immer wieder im Detail hängen. Diese Erfahrung zieht sich wie ein roter Faden durch die Sitzungen der Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen, so auch gestern.

Im Rückblick auf 2010 ging der Vorsitzende, Klaus Martin Pandikow, nochmals aufs Sauerfeld und andere „Baustellen“ im Stadtgebiet ein. Immer noch, das machte er deutlich, beginnen viele Fehler schon in der Planungsphase. Deshalb forderte er, stärker in Um- und Neubauplanungen von öffentlichen Gebäuden einbezogen zu werden. Doch Ausschreibungsunterlagen bekomme er nicht automatisch. Manchmal würden sie ihm „aus Datenschutzgründen“ verweigert. Nachbesserungen seien die Folge. Ein Beispiel: das Rathaus. Hier kritisieren Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen die Beschilderung. Also „habe ich ein riesen Fass aufgemacht“, so Pandikow. Jetzt werde man die Beschriftung komplett neu konzipieren, teilte er mit. Und er ahnt schon das nächste Problem: „Dann sind die Türen komplett zugepflastert. Wie die das lösen, dafür bin ich nicht zuständig.“ Zuständig fühlt er sich für ein anderes „Pflaster“ – das am Sauerfeld, das der Frost verworfen hat. Wenn das sowieso neu gelegt werden müsse, so Pandikow, müsse man den Leitstreifen, an dem sich Sehbehinderte orientieren, vom Bordstein weiter nach hinten legen. Es sei vorgekommen, dass ein Bus mit dem Hinterteil eine Wartende umgeschubst habe, die zu dicht an der Kante stand.

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