Sorge um Kirchenaustritte

Sorge um Mitgliederzahlen: Superintendent Klaus Majoress.

Lüdenscheid - Die Anpassung von Pfarr- und Personalstellen bleibt unverändert Programm im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg.

Denn die Schere geht an mehreren Stellen auseinander. Während die Zahl der Gemeindeglieder weiter sinkt, bleiben die Aufgaben. Ist das kirchliche Angebot weniger interessant, wenden mehr Christen der Kirche den Rücken. Und die demographische Entwicklung ist aus Sicht des Superintendenten Klaus Majoress das größte Problem.

Zwar verzeichnete der Kirchenkreis im vergangenen Jahr 92 Eintritte, „in dieser Woche schon zehn“, freut sich der Superintendent, doch die Zahl der Austritte liegt beim Fünffachen: genau 500. Etwa ein Fünftel davon dürfte auf das Konto des Skandals um den Limburger Bischof gehen. Das Finanzgebaren des bischöflichen Stuhls war statistisch erkennbar auch für viele Protestanten Anlass, sich von ihrer Gemeinde zu verabschieden. Im 4. Quartal verdoppelte sich die Zahl der Austritte.

Zusammen mit dem demographischen Faktor bedeute das: „Wir verlieren in 25 Jahren ein Drittel der Gemeindeglieder“, rechnet Majoress, um dann auf die Konsequenzen der Aufgabenfinanzierung aufmerksam zu machen. Nahezu alle Gemeinden arbeiteten inzwischen mit Freiwilligem Kirchgeld, finanzierten Vorhaben über Stiftungen und Spenden.

Im Kerngeschäft selbst könne der Kirchenkreis dagegen kaum sparen. Einrichtungen wie die Psychologische Beratungsstelle, die Flüchtlingsberatung oder die allgemeinen Aufgaben der Diakonie müssten abgesichert sein, führt er als Beispiel an. In Lüdenscheid habe es bislang zwar keine Kirchenschließungen gegeben, doch in seiner Amtszeit seien insgesamt sieben Pfarrstellen abgebaut worden, um in etwa dem Schlüssel von 2200 bis 2300 Gemeindegliedern auf einer Pfarrstelle zu entsprechen.

Hoffnung setzt Majoress in den Kurs, eine „stärkere Beziehung zu den Menschen“ zu entwickeln. „Wir gehen in die Krankenhäuser, wo die Menschen in wirklichen Krisensituationen sind“, es sei eine verlässliche Notfallseelsorge aufgebaut worden. Und nicht zuletzt hofft er auf Rückkehrer in die Kirche. „Das geht ganz einfach. Anruf, Termin, Aufnahme!“

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