Immer weniger Erzieher-Azubis finden eine Stelle

LÜDENSCHEID - Der Weg bis zum Ausbildungsabschluss als staatlich anerkannte Erzieherinnen oder Erzieher ist lang. Im Gegensatz zu anderen Ausbildungen, in denen gleich im ersten Lehrjahr – zum Beispiel in der Industrie – eine Vergütung bezahlt wird, ist hier zunächst einmal drei oder vier Jahre Büffeln am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg notwendig.

Der erste Lohn wird erst im Anerkennungsjahr überwiesen, das absolviert werden muss, um die Qualifikation in den Händen zu halten und sozialpädagogisch arbeiten zu können. Doch die Suche nach einer Stelle gestaltet sich schwierig.

 „Noch sucht ein Drittel der Absolventen unseres Kollegs einen Platz. Das sind rund 30“, sagt Fachleiterin Stephanie Sperlich vom Berufskolleg. Deshalb habe sie mit ihrer Kollegin Christina Juckenack auch die Stellungnahme verfasst, die auf die lange Ausbildung hinweist und eine tarifliche Bezahlung für das Berufspraktikum einfordert. „Wir wollten ein Signal setzen. Die Erzieherinnen und Erzieher – es sind auch einige, aber natürlich viel zu wenige Männer dabei – übernehmen nach der Ausbildung große Verantwortung in den jeweiligen Einrichtungen. Dass dabei die tariflich bezahlten Berufspraktikumsstellen immer rarer werden und immer wieder mündlich zugesagte Stellen doch noch zurückgezogen werden, weil gerade kleineren Einrichtungen das Geld fehlt, beunruhigt uns sehr“, sagt Stephanie Sperlich.

Laut Ausbildungsprüfungsverordnung genehmigt das Berufskolleg die Stelle, über die nach dem Anerkennungsjahr im Rahmen eines Kolloquiums die berufspraktische Leistung benotet wird. Fehle das Geld, müssten die Berufspraktikanten nebenberuflich tätig werden, was zu Lasten des Ausbildungsabschlusses gehe.

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