Immer mehr Plätze für Flüchtlinge notwendig

LÜDENSCHEID ▪ Die Zahl der Asylbewerber ist in den vergangenen Wochen enorm angestiegen. Waren in den beiden Flüchtlingsunterkünften in Lüdenscheid 2011 noch 24 Menschen untergebracht, so sind es nach Angaben von Stadtpressesprecher Wolfgang Löhn bis Ende des September dieses Jahres bereits 39. Die Herkunftsländer sind Serbien, Syrien, Ägypten, Irak und Mazedonien. 45 freie Plätze gibt es in Lüdenscheid noch.

Das könnte sich aber recht schnell ändern. Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung in Arnsberg, spricht von einer Sondersituation. Wie genau die Steigerungsrate zu erklären ist, weiß er nicht: „Das geht immer mal wieder rauf und runter.“ Jedenfalls muss die Bezirksregierung schnell reagieren, denn sie ist landesweit zuständig für die Erstunterbringung von Asylbewerbern an den zentralen Standorten in Hemer und Schöppingen. Die Flüchtlinge werden dort registriert, Ärzte führen einen Medizincheck durch. Ein bestimmter Aufnahmeschlüssel regelt die Verteilung in anderen Bundesländer.

In Dortmund und Bielefeld sind die Kapazitäten erschöpft, stadtintern wurden nach Angaben Söbbelers Ausweichquartiere geschaffen. Auch das vor drei Jahren geschlossene Auffanglager in Unna-Massen wurde wieder aktiviert, um den Flüchtlingen zu helfen. Ein weiterer Standort soll in Stolberg im Aachener Land geschaffen werden. Hinzu kommen Unterkünfte in Mönchengladbach, Bielefeld und Köln, wo 200 zusätzliche Plätze zu den bestehenden geschaffen worden sind. Am Mittwoch sollten auch weitere Unterbringungsmöglichkeiten in Essen vorgehalten werden.

„NRW ist im bundesweiten Vergleich Hauptzuzugsland“, weiß Christoph Söbbeler. Deshalb wirken sich Steigerungsraten wie zuletzt hier immer am gravierendsten aus. Kurz- und mittelfristig werden daher noch weitere Notausweichquartiere gesucht. Daher werden alle 396 Städte und Gemeinden in die Verteilung und Zuweisung der Asylbewerber eingebunden, so dass auch die freien Plätze in Lüdenscheid in nächster Zeit noch in Anspruch genommen werden könnten.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare