Mit der dunklen Jahreszeit kommt der Waffenwunsch

Lüdenscheider bewaffnen sich - aber nicht jeder bekommt Schein

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Symbolbild

Lüdenscheid - Der Trend, sich legal zu bewaffnen, zeigt in der Kreisstadt weiter nach oben. Aber nicht erhält den nötigen Schein.

Zwar ist die enorme Welle der Anträge auf den sogenannten Kleinen Waffenschein, die nach der berüchtigten Kölner Silvesternacht auf die Kreispolizeibehörde zurollte, längst abgeflacht. Doch in den zurückliegenden zwei Jahren haben sich immer mehr Lüdenscheider erlaubnispflichtige Waffen zugelegt. 

Im Dezember 2016 hatte sich die Zahl der Anträge auf den Kleinen Waffenschein innerhalb eines einzigen Jahres verzehnfacht – von 24 im Jahr 2015 auf 252. Damit war die Zahl der Waffenbesitzer in Lüdenscheid auf insgesamt 574 hochgeschnellt. 

Die Polizei kam angesichts der Antragsflut in Personalnöte und schuf eigens eine weitere befristete Stelle im Dezernat für Zentrale Angelegenheiten. Die Ereignisse in Köln liegen inzwischen gut drei Jahre zurück. Doch mittlerweile haben sich 619 Lüdenscheider mit sogenannten PTB-Waffen eingedeckt – ein Zuwachs von 45. 

Dabei handelt es sich laut NRW-Waffenkalender um Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen mit Zulassungszeichen der Physikalisch-technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Das Mindestalter für die Zulassung beträgt 18 Jahre. 

Mit der dunklen Jahreszeit kommt der Waffenwunsch

Nicht nur ein verändertes Sicherheitsbewusstsein oder der Anstieg der Einbruchsraten mit Beginn der dunkleren Jahreszeit tragen zu erhöhtem Bedarf der Bürger an Waffen bei, wie die Polizei mitteilt. Volker Kettler, Teamleiter Waffenbereich bei der Behörde, sagt, es sei „richtig einfach“, ein Antragsformular aus dem Internet herunterzuladen oder auch ein formloses Schreiben an die Polizei zu schicken. 

Die Genehmigungsverfahren bis zum Bescheid dauern je nach Antragsaufkommen wenige Wochen. Die Sachbearbeiter prüfen die Unbescholtenheit der Antragsteller im Bundeszentralregister, bei der Staatsanwaltschaft, beim Staatsschutz, bei Ermittlern in Sachen organisierte Kriminalität, bei der Kripo vor Ort sowie beim Bezirksbeamten mit Ortskenntnis und persönlichen Kontakten zur Bevölkerung. 

Kettler: „Etwa jeder zehnte Antrag wird abgelehnt.“ Reizstoffsprühgeräte mit Pfeffer- und Tierabwehrspray gelten nicht als Waffen.

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