Wagen segelt über Verkehrsinsel

Ampelmast umgenietet: Hat mutmaßliches illegales Autorennen im MK jetzt Konsequenzen?

Mercedes vor Ampelmast und Polizeiwagen
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Er sei „höchstens 60“ gefahren, gab der Fahrer des Unfallwagens an der Worth-Kreuzung gegenüber der Polizei zu Protokoll. Doch die Unfallspuren sprachen eher für stark überhöhte Geschwindigkeit. Nun muss sich der 30-Jährige wegen des Verdachts auf illegales Autorennen verantworten.

Die Justiz in Lüdenscheid bereitet sich auf einen Prozess vor, bei dem ein 30-Jähriger aus Dortmund wegen eines illegalen Autorennens angeklagt ist.

Lüdenscheid - Es ist ein später Samstagabend, 11. Januar 2020: Ein schwarzer C-Klasse-Mercedes 220d mit AMG-Tuning-Ausstattung rast nach Polizeiangaben die Lennestraße hoch, der Fahrer bremst in der Rechtskurve vor der Worth-Kreuzung abrupt ab. Der Wagen prallt gegen einen Bordstein, hebt ab, segelt über die Verkehrsinsel und nietet einen Ampelmasten um.

Die Frage, ob der Bruchpilot, ein damals 29 Jahre alter Mann aus Dortmund, sich ein illegales Autorennen mit einem Kontrahenten geliefert hat, wird die Justiz am kommenden Dienstag in einem Strafprozess am Amtsgericht beschäftigen.

Illegales Autorennen durch Lüdenscheid? Das berichten Zeugen

An der Unfallstelle behauptete der Angeklagte laut Polizeibericht, „höchstens 60“ gefahren zu sein und weigerte sich, seinen Führerschein sicherstellen zu lassen. Darauf beschlagnahmten die Beamten den „Lappen“, stellten Wagen sicher und ließen von einem Sachverständigen die Fahrzeugdaten auslesen.

Zwei Tage nach dem Vorfall meldete sich ein Zeuge, der einen ersten Hinweis darauf gab, dass der Beschuldigte wohl an einem Autorennen beteiligt war. Bei dem Fahrzeug des vermeintlichen Gegners soll es sich um einen grauen 3er-BMW mit MK-Kennzeichen gehandelt haben, in dem ein einzelner Mann saß.

Illegales Autorennen durch Lüdenscheid? Dem Fahrer droht Geld- oder Freiheitsstrafe

Sollte sich der Vorwurf des Autorennens vor Gericht als wahr erweisen, droht dem Angeklagten eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Eine Strafrechtsänderung trat wegen der Zunahme der Zahl illegaler Rennen im Oktober 2017 in Kraft.

Der Mercedes-Fahrer lässt sich von dem Dortmunder Rechtsanwalt Andreas Schulte verteidigen. Der Wagen, in dem der heute 30-Jährige saß, war fast neu und hatte erst 1500 Kilometer auf der Uhr. Ob die Ermittler bei der Suche nach dem ominösen grauen BMW fündig geworden sind, ist noch nicht bekannt.

Illegales Autorennen durch Lüdenscheid: Kfz-Sachverständiger erstellt Gutachten

Über das tatsächlich gefahrene Tempo und die Auswertung der Unfallspuren wird der Neuenrader Kfz-Sachverständige Lutz Bölter ein Gutachten erstatten.

Der Prozess findet am Dienstag um 9.30 Uhr im Saal 122 des Amtsgerichtes statt. Den Vorsitz hat Amtsrichter Andreas Lyra.

Immer wieder illegale Rennen und Geschwindigkeitsverstöße?

Ein 30 Jahre alter Mann aus Lüdenscheid wird nach einer Geschwindigkeitsübertretung auf der A 45 sehr lange auf seine Fahrerlaubnis verzichten müssen. Er gilt als notorischer Raser.

Ein BMW X4 hat sich Ende Oktober bei Kreuztal überschlagen. Der hochmotorisierte Wagen war vorher möglicherweise an einem illegalen Autorennen beteiligt. Auch ein heftiger Vorfall in NRW: Zwei junge Männer haben sich in Dortmund und auf der Autobahn ein illegales Autorennen geliefert. Aber damit nicht genug: Auf dem Rücksitz eines Wagens saß ein kleines Kind.

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