IKK-Protestaktion läuft weiter: „Kann nicht sein“

Die IKK protestiert im Namen ihrer Versicherten und der Hausärzte gegen die Blockadehaltung des Landes.

LÜDENSCHEID ▪ „Wir können einfach nicht mehr nachvollziehen, wieso die Verträge nur hier künstlich aufgehalten werden.“ Dr. Werner Pötter ist sauer.

Und damit bündelt er die Stimmungslage von mehr als 20 000 IKK-Versicherten in der heimischen Region. Denn die sind in einer kuriosen Situation: Ihre Krankenkasse hat gesetzliche Anforderungen bezüglich eines Hausarztvertrages erfüllt, dabei Spielräume genutzt, sich Wettbewerbsvorteile erarbeitet, mit der Aussicht auf Vergünstigungen und besseren Service viele neue Mitglieder gewonnen und nicht zuletzt die Rolle des Hausarztes gestärkt. Alle warten seit Monaten, dass die Verträge tatsächlich greifen. Doch der Datenschutzbeauftragte in NRW habe Bedenken, sagen IKK-Regionaldirektor Carsten Kaminski, Regionalbeiratsvorsitzender und Kreishandwerksmeister Thomas Bock sowie Frank Meyer vom IKK-Fachbereich Medizinische Kundenbetreuung aus Münster. Denn abgerechnet werden die im Hausärztevertrag stehenden Patienten über den neu gegründeten Hausärzteverband, vorbei an der Kassenärztlichen Vereinigung. Der Verband werde aber vom Datenschutzbeauftragten als Privatperson gewertet, der Umgang mit Daten verwehrt. Solche Bedenken gebe es in Bayern und Baden-Württemberg nicht, wo Erfolge schon messbar seien, sagt Dr. Pötter, Vorstandsmitglied im Ärztenetz MK-Süd und in vielen Gremien engagiert, „um den Überblick zu behalten“. „Warum wird das hier blockiert?“ fragen Dr. Pötter und Ärztenetz-Vorsitzender Frank Killing. Frank Meyer ergänzt: „Dass das Gesetz völlig unterschiedlich interpretiert wird, kann nicht sein.“

Um die Proteste der verärgerten Mitglieder, aber auch der mehr als 60 (von 80) am Hausärztemodell teilnehmenden Ärzte zu bündeln und Bewegung in die Sache zu bringen, sammelt die IKK in der Geschäftsstelle (Weststraße) weiter Unterschriften.

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