IGM-Chef Schildknecht empört über Entlassungen

Bernd Schildknecht

LÜDENSCHEID ▪ IG Metall-Bevollmächtigte Bernd Schildknecht ist empört: „Das tut mir persönlich weh, wenn ich so etwas lese.

Über die Köpfe von 95 Menschen hinweg entscheidet eine Geschäftsführung in aller Selbstherrlichkeit, einen Betrieb zu schließen und die Beschäftigten in die Arbeitslosigkeit zu schicken. Da stehen doch auch 95 Familien hinter. Dass Eigentum verpflichtet, zählt für solche Firmenchefs offensichtlich nicht. Die sollten sich was schämen.“ Die Art und Weise, wie die Firma AIS Deco Systems GmbH, ehemals Thiku Spritzguss GmbH an der Wefelshohler Straße, den Standort komplett aufgibt und die Produktion nach Schleiz in Thüringen verlagert (wir berichteten), ärgert den Gewerkschafter enorm. Aber auch das Fehlen eines Betriebsrates innerhalb des Unternehmens nervt ihn: „Da liefern sich die Beschäftigten bedingungslos dem Arbeitgeber aus. Keiner traut sich, etwas zu sagen. Sie hätten doch ganz andere Möglichkeiten gehabt, wenn sie organisiert gewesen wären. Der Arbeitgeber hätte die wirtschaftlichen Hintergründe offen legen müssen. Wir hätten Hilfestellungen geben können, Rechtsschutz wäre gewährleistet gewesen und wir hätten Verhandlungen über einen Sozialplan und kollektive Regelungen führen können. Ich bin auch stinksauer darüber, das dort nicht die Notwendigkeit eines Betriebsrates erkannt worden ist und appelliere in diesem Zusammenhang nochmals an alle Beschäftigten, sich die Wichtigkeit einer Mitarbeitervertretung bewusst zu machen.“

IGM-Sekretär Stefan Thalheim erklärte: „Hätten sich mehr Beschäftigte frühzeitig gewerkschaftlich organisiert und sich an uns gewandt, wäre zum Beispiel eine Kündigungsschutzklage möglich gewesen. Man muss demokratische Rechte auch mit Leben füllen“, rät er allen Beschäftigten.

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