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Weckruf für Ampelkoalitionäre: Kampf um Jobs und Wohlstand in der Region

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Von: Hans-Georg Gottfried Dittmann

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Schützenhalle in Lüdenscheid: Die IG Metall möchte den Wirtschaftswandel mitgestalten.
Die IG Metall möchte den Wirtschaftswandel mitgestalten. © Cornelius Popovici

„Wir sind 2,2 Millionen. Auf uns könnt’ ihr nicht verzichten.“ Mit diesen Worten beendet der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall im Märkischen Kreis, Fabian Ferber, den Aktionstag „Fairwandel – sozial, ökologisch, demokratisch“ am Freitag in Lüdenscheid.

Lüdenscheid – Die Veranstaltung vor der Schützenhalle Loh ist nur eine von insgesamt mehr als 50 Veranstaltungen, die die Gewerkschaft bundesweit organisiert hat. IG-Metall-Mitglieder aus insgesamt sieben Regionalvertretungen stehen vor der Bühne. Etwa 800 Menschen seien mit Bussen oder eigenen Autos angereist, schätzt Ferber, der mit dieser Zahl sehr zufrieden ist. „Wir haben die Aktion bewusst am Freitag durchgeführt.“

Alle Anwesenden hätten Urlaub genommen oder Überstunden abgefeiert, sagt der IG-Metall-Funktionär. „Einige sind direkt nach der Nachtschicht hierhergekommen“, weiß Hakan Katz. Der 24-jährige Verfahrensmechaniker ist einer von etwa 130 Gewerkschaftlern, die sich aus dem Siegerland nach Lüdenscheid aufgemacht haben. Für die Region, die zahlreiche große Zulieferbetriebe in der Automobilindustrie beheimatet, stehe einiges auf dem Spiel, sind sich alle Redner einig.

Auf der Bühne kommen nicht nur Gewerkschafter zu Wort, sondern auch der Bundestagsabgeordnete Florian Müller (CDU) und der Landtagsvertreter Gordan Dudas (SPD). Als Hauptrednerin betritt Irene Schulz, geschäftsführendes IG-Metall-Vorstandsmitglied, die Bühne. „Deutschland muss Industrieland bleiben“, sagt die 57-Jährige.

Unter den knapp 800 Menschen auf dem Schützenplatz in Lüdenscheid waren auch Florian Müller (CDU), Irene Schulz (IG Metall) und Gordan Dudas (SPD).
Unter den knapp 800 Menschen auf dem Schützenplatz waren auch der Bundestagsabgeordnete Florian Müller (CDU), das Geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall und Hauptrednerin Irene Schulz (Mitte) und der NRW-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas (SPD). © Cornelius Popovici

Die Wertschöpfung dürfe nicht in Billiglohnländern entstehen, „sondern hier bei uns.“ Dafür brauche es Ausbildungsplätze, weiß Schulz, und legt den Finger in die Wunde der Arbeitgeber: „Die Unternehmen beklagen den Fachkräftemangel. Gleichzeitig bilden bundesweit aber nur noch 20 Prozent der Betriebe aus. Wer in Zukunft Fachkräfte haben will, muss sie heute ausbilden.“

Für diese Aussage applaudieren Emrah Okut und Laura Patrzek etwas lauter. Beide sind Jugendausbildungsvertreter in der Region Hamm-Lippstadt und mit sechs weiteren Azubis seit Donnerstag in Lüdenscheid. Die jungen Erwachsenen haben die IG-Metall-Jugend aus dem Märkischen Kreis bei den Aufbauarbeiten unterstützt und helfen auch beim Abbau. „Es geht erst zurück, wenn alles erledigt ist“, sagt Okut.

Auf der Bühne macht Schulz noch einmal klar, warum die IG Metall in Lüdenscheid und im Rest der Republik Präsenz zeigt. Es gehe darum, der neuen Bundesregierung – erwartet wird ein rot-gelb-grünes Ampelbündnis – zu zeigen, dass die Gewerkschaften mehr erwarten als „ein bisschen Digitalisierung, ein paar Windräder und einige E-Autos“ und sich keine starke FDP in der Koalition wünschen: „Wir erwarten auch, dass die Ampel nicht zu lange auf Gelb steht.“

Die IG Metall möchte die industrielle Zukunft – auch in dieser Region – mitgestalten und spricht in Südwestfalen für 22 000 Menschen und 2,2 Millionen in Deutschland.

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