Brunnen sollen trockenfallen - Sparpotenzial

LÜDENSCHEID ▪ Statt beim Betrieb ihrer Brunnen viel Geld zu versenken, soll die Stadt alle Wasserspiele trockenlegen und die Brunnenbauten bepflanzen. Der defekte Terrassenbrunnen am Rosengarten etwa könnte dann mit Sand befüllt und wieder bespielt werden.

Das Trockenfallen aller Brunnen würde pro Jahr 62.000 Euro einsparen. So lautet nach LN-Informationen ein Vorschlag aus der „Ideenbörse“ im Rathaus, den die Lüdenscheider Ratsfraktionen jetzt zur Beratung erhielten.

Die Brunnen als Attraktionen zu erhalten, ohne Unterhaltungskosten dafür aufbringen zu müssen – so lautet demnach der Grundgedanke dieses Konzepts. Die Stadtverwaltung führt dazu die Einzelkosten von sechs Brunnenstandorten auf: im Rosengarten, auf Stern- und Rathausplatz, an Kölner Straße und Erlöserkirche sowie auf dem Graf-Engelbert-Platz.

Dabei gilt der Wasserspielplatz im Rosengarten bei den Kosten für Wartung, Reparaturen und Energie als der mit Abstand teuerste. Gut 30 000 Euro kostete sein Betrieb pro Jahr, wovon allein 10 000 auf Strom und Wasser entfielen. Im diesem Sommer war das Bauwerk allerdings eher das kostengünstigste seiner Art, denn der Spielbrunnen wurde wegen hoher Wasserverluste schlicht abgestellt.

„Setzungen und schadhafte Fugen“ ließen laut dem eigens beauftragten Gutachter so viel von dem kostbaren Nass versickern, dass der bei Kindern hoch beliebte Wasserspielplatz samt Pumpen und Klappen stillgelegt werden musste – nach städtischen Angaben waren es zuletzt 36 Kubikmeter am Tag. Die Reparaturkosten beziffert der Experte auf 36 000 Euro.

Für diese Summe würde FDP-Fraktionschef Jens Holzrichter nicht nur auf die Wiederaufstellung der Nierhoff-Plastik verzichten, sondern die Kunstwerke auch zum Verkauf feilbieten, damit der Rosengarten-Brunnen im nächsten Sommer wieder für die Kinder sprudelt (dazu Bericht auf Lokalseite 3).

Doch auch die Kosten der übrigen Lüdenscheider Wasserspiele haben es in sich. Für Wartungsaufwand, Strom und Wasser der großen Schale auf dem Rathausplatz muss die Stadt laut Verwaltung jährlich gut 10 000 Euro berappen. Der Betrieb des Neumann-Brunnens auf dem Sternplatz kostet demnach etwa 6500 Euro, ebenso teuer sind die Wasserspiele an der Erlöserkirche und auf dem Engelbert-Platz. Am günstigsten ist mit rund 2000 Euro noch der Brunnen an der Kölner Straße.

Die „Ideenbörse“ der Stadtverwaltung besteht seit rund zwei Jahren. Sie war laut Stadtkämmerer Karl Heinz Blasweiler, der fürs Personalwesen im Rathaus zuständig ist, als betriebliches Vorschlagssystem begründet worden. Seither habe es etwa 70 Ideen aus dem Rathaus gegeben, die von einer eigens gebildeten Kommission bewertet wurden, erklärte Blasweiler. Dabei würden gute Vorschläge prämiiert – und anders als zuvor auch solche, die den unmittelbaren Tätigkeitsbereich eines Rathaus-Bediensteten betreffen.

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