Für Hygiene ohne Zufälle

Hans-Walter Kaufmann.

LÜDENSCHEID ▪ Der Vorstand des Ortsvereins Lüdenscheid im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sieht die Einführung der geplanten Gaststätten-Ampel oder eines entsprechenden „Smiley“-Systems im Einklang mit seinem Verband sehr skeptisch.

„Wo gehobelt wird, da fallen Späne“, sagte der Ortsvereins-Vorsitzende Hans-Walter Kaufmann (Restaurant Heerwiese) im Gespräch mit den LN. Natürlich könne es in einem Gaststättenbetrieb nach einem besucherstarken Wochenende nicht so aussehen wie an ruhigen Tagen in der Woche. Die Dehoga kritisiert in einer Erklärung zum Thema Hygiene in Gaststätten deshalb den Faktor Zufall bei den Überprüfungen: „Es gibt zu wenig Kontrolleure, um eine flächendeckende Kontrolle sicherzustellen.

Für den hygienisch sauberen Gastronomen wäre es ein Glücksspiel, wenn er endlich kontrolliert wird. Je nach Anzahl der Kontrolleure muss der Gastronom ein bis zwei Jahre auf die Kontrolle warten. Die Gäste wären verunsichert, wenn ein Gastronom so lange keinen Smiley ausweisen könnte.“ Zudem würde der Smiley erhebliche finanzielle und personelle Mittel erfordern. Der risikoorientierte Ansatz der Kontrolle müsse verlassen werden zugunsten einer gleich häufigen Kontrolle der Betriebe. „Dies beträfe dann auch Bäckereien, Metzgereien und andere Lebensmittelhändler.“

Der Hotel- und Gaststättenverband fordert auf diesem Hintergrund, dass bei einer zukünftigen Veröffentlichung von Kontrollergebnissen aus den Hotels- und Gaststätten einige Voraussetzungen erfüllt werden, um Gastronomen nicht leichtfertig an den öffentlichen Pranger zu stellen: 1. Keine Veröffentlichung während eines Bußgeld- oder Gerichtsverfahrens, 2. Vor Veröffentlichung Gelegenheit zur Stellungnahme, 3. Möglichkeit zur Mängelbehebung, 4. Zeitnahe Nachkontrolle innerhalb weniger Tage, 5. Zeitnahe Löschung aus dem Internet. Im Netz gebe es dabei noch das besondere Problem, dass negative Bewertungen nur schwer wieder revidiert werden könnten. ▪ thk

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