„Hut ab“ vor Menschen, die neue Wurzeln schlugen

Brigitta Gottmann (Mitte) zeichnete Anneliese Desens (links) und Hella Schwenkner für ihre Verdienste innerhalb der Pommerschen Landsmannschaft aus.

LÜDENSCHEID ▪ „Hut ab vor allen, die hier sind, weil ich glaube, Sie haben eine Menge hinter sich.“ Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg war am Sonntag die Festrednerin beim Tag der Heimat im Kulturhaus. Sie brachte den Menschen, die einst ihre Heimat verloren, ihren Respekt entgegen und fragte als jemand, der mit seine eigenen Heimat Lüdenscheid sehr verbunden ist: „Wie macht man das, neue Wurzeln zu schlagen?“

Rund 150 Gäste von Landsmannschaften aus Lüdenscheid und Umgebung, aus Rat und Verwaltung, vom SGV und vom Geschichts- und Heimatverein begingen den Tag, der dem Gedenken der Opfer von Krieg und Vertreibung und der Erinnerung dient und gleichzeitig ein Zeichen zur Versöhnung setzen soll. „Wahrheit und Dialog – Schlüssel zur Verständigung“ war diesmal das Motto. Diese Gedanken prägten die Reden des Tages, sowohl von Brigitta Gottmann, Vorsitzende des Kreisverbandes des Bundes der Vertriebenen, von Bürgermeister Dieter Dzewas und von Dieter Mayer und Richard Dumke.

Der Vorsitzende und der Ehrenvorsitzende der Pommerschen Landsmannschaft sprachen anlässlich des 60. Geburtstags ihrer Vereinigung, der gleichzeitig gefeiert wurde. Dumke erinnerte an das Gründungsjahr 1951, in dem gesagt wurde, es dürfe nicht geleugnet werden, das Pommern deutsches Land sei. Er sagte nun, 60 Jahre später: „Pommern ist nicht nur Polen.“ Damit zeigte Dumke, welche Wege der Versöhnung inzwischen gegangen wurden. Brigitta Gottmann erinnerte auch an den Bau der Berliner Mauer vor 50 Jahren, der viele Vertriebene erneut besonders hart getroffen habe, weil Familien auseinander gerissen wurden. Monika Deitenbeck-Goseberg ermutigte dabei auch zur Wahrheit: Es dürfe gesagt werden, dass das, was einem zugefügt wurde, einen hart getroffen habe. Die Wahrheit sei die Basis für Verständigung.

Anneliese Desens und Hella Schwenkner trugen ein Gedicht vor, das an ihre Heimat Pommern erinnerte. Für ihre Verdienste in der Frauenarbeit wurden die beiden von Brigitta Gottmann mit einer Urkunde ausgezeichnet. Eine weitere Ehrung gab es für Gerhard Büge von der Pommerschen Landsmannschaft.

Das Rahmenprogramm wurde gestaltet von Astrid Geler (Querflöte), Manfred Hollweg (Klavier), Dieter Weller (Gesang) sowie der schlesischen Trachten- und Jugendgruppe Altvater/Rübezahl aus Iserlohn. Deren Leiter Hans-Joachim Muschiol bedankte sich, dass seine Gruppe auch ein Zuhause im Haus der Vereine in Lüdenscheid gefunden habe – in Iserlohn gibt es so etwas nicht.

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