Sattes Drittel mehr

Hundesteuer in Lüdenscheid steigt drastisch

+
Hugo plantscht im Rathausbrunnen – und ahnt nicht, dass Herrchen für ihn ein Drittel mehr an Steuern berappen muss.

Lüdenscheid - Die Hundesteuer steigt in Lüdenscheid zum 1. Januar 2014 drastisch an: Statt bisher 85,20 Euro kostet ein Vierbeiner seinen Halter dann 120 Euro im Jahr. Unterm Strich steigt die Hundesteuer insgesamt etwa um ein Drittel an.

Wer zwei Hunde hat, berappte bisher 204 Euro, also 102 pro Tier. Daraus werden ab Januar 300 Euro, denn der Zweithund kostet dann 180 Euro. Und wer drei und mehr Hunde hält, zahlte bisher 120 Euro pro Kopf, bei drei Tieren also 360 Euro. Jetzt kostet allein der dritte Hund 240 Euro Steuern. Nach Adam Riese zahlt man für drei Hunde künftig somit 540 Euro Steuern im Jahr.

Die entsprechenden Bescheide gehen zum Jahresanfang an die mehr als 3000 Hundehalter in Lüdenscheid heraus, von denen etwa ein Zehntel Mehrfachhalter sind.

Für Kampfhunde ist im Haushaltssicherungskonzept (HSK) keine Neuregelung vorgesehen – jeder Kampfhund würde somit weiter 613,20 Euro im Jahr kosten.

Mit den alten Sätzen lag die Stadt Lüdenscheid laut einer Erhebung des Bundes der Steuerzahler (BdSt) im Mittelfeld. So erhebt Iserlohn bisher 90 Euro Hundesteuer, Siegen 108 und Hagen 140 Euro. In Mülheim und Wuppertal kassiert die Behörde von Hundehaltern jährlich jeweils sogar 160 Euro, also fast das Doppelte des alten Lüdenscheider Steuersatzes. In Essen, Köln und Oberhausen sind es bisher jeweils 156 Euro. In Rheine dagegen kostet ein Hund nach BdSt-Angaben ganze 60 Euro. Unklar ist noch, ob in Lüdenscheid weiterhin die einjährige „Steuer-Schonfrist“ für Halter gilt, die einen Hund aus dem Tierheim aufnehmen.

Die Stadt erwartet laut der Fortschreibung des HSK eine jährliche Mehreinnahme aus der Hundesteuer in Höhe von 125 000 Euro. Dass diese Erhöhung kommen sollte, steht schon seit zwei Jahren im Sicherungskonzept. Es wurde 2012 im Rat verabschiedet und soll innerhalb von zehn Jahren die Einnahmen der Stadt mit ihren laufenden Ausgaben ausgleichen. Dies soll auch durch Maßnahmen erreicht werden, die erst im Verlauf des HSK-Zeitraums einsetzen – im Fall der Hundesteuer zwei Jahre nach der Verabschiedung im Stadtrat.

Gleiches gilt für die weitere Einschränkung der Öffnungszeiten der Museen der Stadt. Nachdem dies bereits 2013 einen zusätzlichen Sparbeitrag von 17.500 Euro erbracht hatte, ist jetzt durch einen weiteren Schließungstag eine Haushaltsverbesserung von fast 44.000 Euro im Jahr vorgesehen. Der Wegfall von Vermietungen und die Reduzierung von Veranstaltungen in der Stadtbücherei soll eine halbe Stelle einsparen – Einspareffekt pro Jahr: 15.000 Euro. Um 33.000 Euro im Jahr sollen ab Januar die Sachkosten-Ansätze für die Städtische Galerie vermindert werden.

Ein weiterer Beitrag der Kultur zur Sanierung der Stadtkasse läuft ebenfalls ab Januar an: Die Eintrittspreise für Erwachsene im Kulturhaus steigen um einen Euro pro Ticket. Damit sollen künftig pro Jahr 23.500 Euro mehr hereinkommen. Auch die Teilnehmergebühren der Musikschule werden weiter angehoben, was 13.000 Euro bringen soll. Auch diese Schritte stehen seit 2012 fest.

Um 5000 Euro reduzieren will die Stadt zudem ihre Zuschüsse für die Jugendeinrichtungen des CVJM. Für die „Hilfen zur Erziehung“ soll es 50.000 Euro weniger geben als bisher. Durch Reduzierung des Personals bei Sportplatzwarten will die Stadt weitere 15.000 Euro einsparen. Und: Mit der Übernahme von Hauswartdiensten in Kindertagesstätten durch Hausmeister nahe liegender Schulen werden ab 2014 Personalkosten im Umfang von 74.000 Euro jährlich abgebaut. - hgm

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare