Lüdenscheid Spitzenreiter im MK

Wofür zahle ich Hundesteuer? Frau klagt über fehlende Angebote für Hundebesitzer

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Hundebesitzerin Brigitte Schneider ist unzufrieden, weil die Stadt Lüdenscheid aus ihrer Sicht wenig bis nichts für Hunde und ihre Besitzer tut. Dabei zahlt Schneider für ihre Hundedame Queeny jährlich 120 Euro Hundesteuern.

Hundedame Queeny springt auf und ab, sie wirkt sehr verspielt und zutraulich. Sie hat einen großen Spieltrieb, sagt Besitzerin Brigitte Schneider. „Das ist aber auch vollkommen normal. So ein Hund muss laufen, springen und sich richtig austoben“, erklärt Schneider.

Lüdenscheid – Sie muss es wissen: Seit mehr als 30 Jahren ist sie schon Hundebesitzer, der beste Freund des Menschen hat es ihr sehr angetan. Nicht so angetan ist sie hingegen von den Möglichkeiten, die den Hundebesitzern und deren Vierbeinern in der Bergstadt geboten werden. „Es gibt kein wirkliches Areal, wo die Hunde zusammen spielen und rennen können. Viele Hunde brauchen aber genau das.“

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

Anfang der 70er Jahre ist Schneider nach Lüdenscheid gezogen – um eine schöne Gassirunde zu gehen, fährt sie allerdings bis hin zur Listertalsperre. „Lüdenscheid tut wenig bis nichts für die Hunde, dafür ist die Hundesteuer aber sehr hoch.“

Die Hundesteuer in Lüdenscheid liegt bei 120 Euro pro Hund, darüber hinaus gibt es höhere Zahlungen, wenn man sich einen Kampfhund oder mehrere Hunde hält. Für Schneider ist es unverständlich, 120 Euro im Jahr zu zahlen, aber keine wirkliche Verbesserungen in Bezug auf das Leben der Hunde in Lüdenscheid zu erkennen, wie neue Spielwiesen oder ähnliches. Sprich: Wofür wird das Geld genau ausgegeben?

Frau klagt über fehlende Angebote für Hundebesitzer

Die Antwort liefert Stadtpressesprecher Sven Prillwitz: „Die Hundesteuer ist nicht zweckgebunden – und darf es auch nicht sein –, sondern unterliegt dem sogenannten ‘Gesamtdeckungsprinzip’.

Das bedeutet: Die Einnahmen aus der Hundesteuer fließen ebenso wie beispielsweise auch die Einnahmen aus der Gewerbesteuer und der Vergnügungssteuer sowie die Einnahmen aus Schlüsselzuweisungen in die Gesamtmasse des städtischen Haushalts ein. Daraus werden dann alle kommunalen Ausgaben finanziert. Dabei handelt es sich um ein übliches Verfahren, nach dem nicht nur Städte und Gemeinden, sondern auch Bund und Länder verfahren.“

Und für Lüdenscheid ist die Hundesteuer von finanzieller Bedeutung. Im Jahr 2019 wurden 464 238 Euro mit der Hundesteuer eingenommen, im Jahr 2020 waren es 474 190 Euro. „Für das laufende Jahr und 2022 planen wir mit Einnahmen in Höhe von jeweils rund 470 000 Euro“, erklärt Prillwitz.

Zahlen und Einnahmen, die wichtig für den Lüdenscheider Haushalt sind. Dennoch soll sich in Bezug auf die Hundewiese etwas tun. Im Jahr 2017 haben Mitglieder von fünf Arbeitsgruppen 70 Visionen für ein Lüdenscheid der Zukunft aufgestellt. Unter diesen Visionen ist auch die Forderung nach einer Spielwiese für Hunde und Besitzer. Das Thema ist somit kein unbekanntes oder gar neues. Umgesetzt wurde diese bis dato noch nicht. So lange wird Brigitte Schneider weiterhin mit Queeny eher außerhalb von Lüdenscheid toben und sie laufen lassen.

Prillwitz, selbst Hundebesitzer, nimmt diese Fahrten gerne auf sich: „Wir leben in einer Stadt, die von Natur umgeben ist. Selbst wenn man in der Innenstadt wohnt, sind Wälder und Wiesen mit dem Auto oder dem Bus innerhalb weniger Minuten zu erreichen. Hier können sich Hunde richtig austoben. Diesen zeitlichen Aufwand muss man als Hundehalter und -freund jederzeit bei Wind und Wetter in Kauf nehmen – und sollte das auch gern tun.“

Hundesteuer MK im Überblick

Die Höhe der Hundesteuer, die die Kommunen in Nordrhein-Westfalen erheben, variiert zum Teil sehr stark. So zahlen Bürger in der Gemeinde Lienen im Tecklenburger Land laut einer Übersicht des Bundes der Steuerzahler NRW (Stand 2019) nur 24 Euro für den ersten Hund. Dies ist der günstigste Satz in NRW.

Die höchste Steuer wird dagegen in Hagen mit 180 Euro für den ersten Hund fällig. Die Steuerbeträge für den ersten Hund in den MK-Kommunen im Überblick: 60 Euro: Neuenrade, Plettenberg; 66 Euro: Altena, Schalksmühle; 70 Euro: Nachrodt-Wiblingwerde, 72 Euro: Kierspe, Meinerzhagen, Balve; 75 Euro: Herscheid, Hemer; 84 Euro: Menden; 90 Euro: Halver, Iserlohn; 100 Euro: Werdohl, 120 Euro: Lüdenscheid 120.

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