„Längst nicht jedes Fundstück gefährlich“

Hundeköder in Lüdenscheid: „Auch Panikmache“

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Zu Gast beim Stammtisch der Lüdenscheider Pfötchenhilfe: der Landtagsabgeordnete Gordon Dudas (2.v.l.) und SPD-Ratsherr Sebastian Wagemeyer (l.).

Lüdenscheid - Die an mehreren Stellen im Stadtgebiet ausgelegten Gift- und Klingenköder waren für Monika Dobner, Vorsitzende der Pfötchenhilfe, Anlass, am Donnerstagabend zu einem Stammtisch ins Restaurant Hohe Steinert einzuladen.

Mit von der Partie: der Landtagsabgeordnete Gordon Dudas und SPD-Ratsherr Sebastian Wagemeyer, zuständig für den Bereich Buckesfeld/Othlinghausen – das Gebiet, in dem ein Hund aufgrund der Köderklingen eine mehrstündige Operation über sich ergehen lassen musste.

Dudas empfahl den Hundebesitzern, die Telefonnummer des Tierarztes immer im Handy abgespeichert zu haben. „Im Notfall zählt jede Minute.“ Zudem verwies der Sozialdemokrat auf die App „Giftköder-Radar“, in der nicht nur bundesweit Köderfunde aufgezeigt sind, sondern auch auf die nächst erreichbaren Tierärzte hingewiesen wird. „Präventiver Schutz ist kaum möglich, Hundebesitzer sollten die Augen offen halten, auf Frühwarnzeichen achten, bei einem Fund die Köder mitnehmen und den Fund bei der Polizei anzeigen“, so sein Tipp.

Melanie Jaszus, Administratorin der Gruppe Lüdenscheider Pack-Walk, ärgerte sich über „die Panikmache auf zahlreichen Lüdenscheider Facebook-Gruppen“. „Nachdem der erste Fund bekannt wurde, kochten hier die Emotionen regelrecht über. Es wurden auch Funde gemeldet, die sich anschließend als harmlose Frikadellen entpuppten, so etwas muss gründlicher geprüft werden.“

„Sind sich die Täter eigentlich über die Auswirkung ihrer Taten bewusst?“, fragte ein erboster Hundebesitzer. „Schließlich können auch kleine Kinder die Köder aufnehmen.“ Monika Dobner hatte nach Bekanntwerden der Köderfunde kurzfristig mit Hundetrainerin Gabi Ingenerf Trainingseinheiten veranstaltet, bei denen die Halter angeleitet wurden, wie sie ihren Hund erziehen können, nichts aufzunehmen. Das Geld für die Hundekurse ging als Spende an die Pfötchenhilfe.

Die beste und nachhaltigste Prävention, so das Fazit am Donnerstagabend, sei immer noch eine gute Hundeerziehung und ordnungsgerechtes Verhalten von Hundebesitzern. Soll heißen: Hunde sind im Stadtgebiet an der Leine zu führen und die Hinterlassenschaften zu entfernen. Dieses wollen die Tierfreunde um Monika Dobner nun auf humorvolle Art und Weise allen Tierbesitzern nahelegen, indem sie auf Faltblättern für vorbildliches und verantwortungsvolles Benehmen von Hundehaltern werben. Die Faltblätter werden vom Prints-Verlag in Herscheid gesponsert und sollen an beliebten Gassiwegen aufgehängt werden.

Das Sommerfest der Pfötchenhilfe findet übrigens am Samstag, 4. Juli ab 12 Uhr an den Vereinsräumen statt. Zu Gast sein wird der Fotograf Pascal Schäpers.

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