Idee zu trockenen Brunnen stößt auf Skepsis

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Sandkasten statt Wasserspielplatz? Laut Jens Holzrichter würde im Rosengarten nur ein großes Hundeklo entstehen.

Lüdenscheid - Auf Ablehnung in CDU und FDP stößt die Idee aus der Stadtverwaltung, die Lüdenscheider Brunnen fast ausnahmslos stillzulegen und umzufunktionieren, um das Geld für Wartung, Wasser und Energie einzusparen.

Von Thomas Hagemann

CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling sieht der Politik hier obendrein den Schwarzen Peter zugeschoben – durch den Umgang der Stadtverwaltung mit dem unpopulären Thema.

„Warum gab es hierzu keine ordentliche Vorlage für den Kultur- oder Bauausschuss mit den entsprechenden Vorschlägen der Verwaltung?“, fragt sich Fröhling. Seine Antwort: Offenbar habe das Rathaus, allen voran der Bürgermeister, hier zunächst das Stimmungsbild einer öffentliche Debatte der Politiker abwarten wollen, um danach unter Umgehung der Bürgerkritik die mutmaßlich gewünschte Verwaltungsmeinung vortragen zu können. „So ein Vorgehen kann man auch als feige bezeichnen“, schäumte Fröhling.

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Zur Sache selbst erklärte er: „Es ist gut, dass es beim Nachdenken über mögliche Einsparungen keine Tabus gibt.“ Allerdings könne sich die Union beim besten Willen nicht vorstellen, stadtbildprägende Bauten wie den Neumann-Brunnen auf dem Sternplatz oder den Brunnen auf dem Graf-Engelbert-Platz mit Stiefmütterchen zu bepflanzen: „Viele Menschen hängen an diesen Plätzen. Wir erinnern uns noch gut an den Sturm der Entrüstung, den es bei den Plänen für den Neumann-Brunnen im Zuge der Kaufhallen-Sanierung gab.“ Außerdem würde es auch nach dem Umfunktionieren von Brunnenbauten Unterhaltungskosten geben. Jens Holzrichter (FDP) stellte dazu fest, „dass wohl als erste unsere vierbeinigen Steuerzahler parat stünden“, um einen Sandkasten im Rosengarten-Brunnen mit Hinterlassenschaften zu versehen. Auch für manche Passanten wäre dies ein willkommener Entsorgungsort. Für die Wasserschale auf dem Rathausplatz gelte das erst recht: „Die würde ohne den Brunnenbetrieb vermutlich zum größten Aschenbecher Mitteleuropas.“

Die Aufenthaltsqualität vieler Plätze werde ohne die gewohnten Wasserspiele leiden, die Anwohner am Engelbert-Platz etwa dürften das auch nicht widerstandslos hinnehmen. Der Wien-Brunnen an der Erlöserkirche sei zwar eher eine „Dröppelminna“, aber auch die sei gerade erst neu aufgestellt worden. Am schwersten aber würde laut Holzrichter der Verlust des attraktiven Wasserspielplatzes im Rosengarten wiegen: „Den sollte man auf jeden Fall wieder instandsetzen, weil er ganz einfach eine tolle Spielgelegenheit ist. Wenn wir so etwas jetzt aufgeben, dann könnten wir in Zukunft auch gleich alles einfach zubetonieren.“

In der Aufzählung der Verwaltung habe im Übrigen der Selve-Brunnen noch gefehlt.

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