Die „Hummel“ sucht und findet

War am Wochenende gleich zweimal hintereinander Ausgangspunkt einer großangelegten Suchaktion per Hubschrauber: die psychiatrische Einrichtung Haus Hellersen.  Foto: Nougrigat

Lüdenscheid - Modernste Technik, komplizierte Logistik, hohe Kosten: Mit gehörigem Aufwand suchte die Polizei am Wochenende nach einem 60-jährigen Bewohner der Psychiatrie-Einrichtung Haus Hellersen. Der Mann hatte sich – wie berichtet – am Freitag- und am Samstagabend aus dem ehemaligen Sanatorium abgesetzt. Die Fliegerstaffel der Polizei spürte ihn jeweils nach mehrstündiger Suche wieder auf. Der im Polizeijargon „Hummel“ genannte Hubschrauber kreiste stundenlang über dem Stadtteil Hellersen.

Wie es dazu kommen konnte, dass der 60-Jährige, nur mit Pyjama und Pantoffeln bekleidet, aus der Einrichtung verschwinden und sich im Wald verbergen konnte, ist unklar. Von der Gelsenkirchener Wessel GmbH, die das Haus Hellersen betreibt, war gestern dazu keine Stellungnahme zu bekommen. Klar ist aber, wie der Apparat der Polizei in Gang gesetzt wird, wenn zu befürchten ist, dass sich eine Person selbst gefährden könnte.

Wie Polizeisprecher Dietmar Boronowski sagt, haben Beamte aus Lüdenscheid nach der Alarmierung durch die Heimleitung das Umfeld des Hauses an der Brüninghauser Straße zunächst gründlich abgesucht. Doch in zunehmender Dunkelheit schwand die Aussicht, den Mann zu finden. Die Anfrage bei der Landesleitstelle der Fliegerstaffel war umso erfolgreicher.

Einer der sieben Helikopter stand zur Verfügung, stieg vom Standort Dortmund auf und war nur eine Viertelstunde später über Hellersen. Polizeidirektor Frank Burre, Chef der Fliegerstaffel NRW, sagt im LN-Gespräch: „Das sind etwa 40 nautische Meilen, die sind im Normalfall in 15 Minuten zu schaffen.“ Die Crew an Bord spürte den Gesuchten auf, lenkte die Beamten am Boden per Suchscheinwerfer zu der Stelle und machte sich wieder auf den Rückweg.

Die Fliegerstaffel verfügt aktuell über sieben Hubschrauber und zwei Flugzeuge an den Standorten Dortmund und Düsseldorf. Besetzt ist die „Hummel“ mit zwei Piloten und einem sogenannten Operator. Der örtlichen Polizei entstehen durch den Einsatz keine Kosten. Doch das Land greift dafür tief in die Tasche. Nach LN-Informationen kostet eine Flugstunde etwa 15 000 Euro. - omo

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare