Humboldtstraße: Neues Leben für die Villa Hueck

LÜDENSCHEID ▪ Der Dornröschenschlaf der Villa Hueck an der Humboldtstraße ist beendet. Am Donnerstag haben der Unternehmer Thomas Fischer und ein Mit-Investor, der namentlich nicht genannt werden will, den Kaufvertrag unterschrieben.

Der neubarocke Prachtbau soll im nächsten Jahr – mit Restaurant und Bistro, Weinhandlung, Versammlungsräumen und einer Wohnung – als Domizil der Lüdenscheider Service-Clubs und Treffpunkt für Wirtschaft, Politik und Kultur neu eröffnet werden. Wie Fischer sagte, stehe der „Dienst am Gemeinwohl“ und „die Förderung der Gemeinschaft“ bei dem Projekt im Vordergrund.

Thomas Fischer, derzeit Schatzmeister des Rotary-Clubs Lüdenscheid, und sein Partner haben ihr Vorhaben mit dem Erwerb der Immobilie mit Park zunächst vorfinanziert. Die Komplettsumme für den Kauf – nach LN-Informationen zwischen 500 000 und 600 000 Euro – und die Sanierung sowie die Errichtung eines großzügigen Anbaus soll mittelfristig eine Immobiliengesellschaft übernehmen, die eigens gegründet werden soll.

Die repräsentative Villa, 1913 von Richard Noelle erbaut und zwischen 1929 und 1993 im Besitz der Familie Hueck, diente zuletzt als Altenheim „Villa Reseda“ und steht seit Februar 2009 leer. Verkaufsverhandlungen sind laut Fischer seither in erster Linie an Anforderungen des Denkmalschutzes gescheitert. Doch aktuelle Signale aus dem Rathaus und der Denkmalschutz-Behörde seien „erfreulich positiv“.

Das Konzept für die Nutzung der überbauten Fläche von 958 Quadratmetern plus Anbau und des mehr als 6000 Quadratmeter großen Parks als „Treffpunkt für Genießer und Freunde des gediegenen Ambientes“ und „Haus für Kommunikation, Kultur und Kunst“ hat die ersten Mitstreiter überzeugt. Zusagen mehrerer Geldgeber lägen inzwischen vor. In den nächsten Wochen will Thomas Fischer bei den Rotary-Clubs Lüdenscheid-Mark und -Zeppelin sowie den Lions-Clubs und der Hotop-Riege für das Projekt werben. Gleichzeitig stehen Gespräche mit Denkmalschützern, politischen Gremien und der Bauverwaltung auf dem Programm.

So ist beispielsweise noch unklar, wo auf dem Gelände die rund 40 benötigten Stellplätze angelegt werden sollen. Dafür vorgesehen ist das Dach des alten Bunkers neben dem Spielplatz an der Kerksigstraße – und möglicherweise der Spielplatz selbst. Als Ersatz wollen die Rotarier einen neuen öffentlichen Spielplatz in den Park integrieren – „und auch Betrieb und Pflege übernehmen“, wie Fischer vorschlägt.

Ein architektonischer und finanzieller Kraftakt wird vor allem die Schaffung eines dreigeschossigen Anbaus in Glas-/Stahloptik. Er soll, von der Humboldtstraße aus gesehen, auf der linken Kopfseite der Villa entstehen und neben Veranstaltungsräumen auch Fluchtwege und einen Aufzug vom Keller bis zum Dach sowie einen Wintergarten beherbergen.

Wichtig erscheint Thomas Fischer der Hinweis, dass das Serviceclub-Haus nicht „nach außen elitär abgeschottet“ werden, sondern als „attraktives Ziel für Lüdenscheid und seine Bürger“ gelten soll. „Wir hoffen, zum 100-jährigen Bestehen des Hauses eröffnen zu können.“ Unter welchem Namen, steht noch nicht fest. Fischer: „Zahlreiche Gesprächspartner sind spontan auf den alten Namen ‘Concordia’ gekommen.“

Olaf Moos

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