Der Frust sitzt tief

Aus für 4C in der Humboldt-Villa: "Wir sind ein hundertprozentiges Corona-Opfer"

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Corona-Aus fürs Coworking-Konzept von Jens Brauecker (vorne): Die Veranstaltungsflaute ist nicht zu kompensieren.

Es war eine Nische, die ein Lüdenscheider entdeckt hat. Nun, so glaubt er, fällt sein Projekt den Folgen der Corona-Pandemie zum Opfer.

„Ohne Corona hätte es funktioniert.“ Doch so muss Jens Braeuker das Aus für sein ehrgeiziges Coworking- und Veranstaltungsprojekt 4 C in der Humboldt-Villa verkünden. Der Schritt fällt ihm schwer, der Frust sitzt tief, vor allem, weil er die Umstände nicht beeinflussen kann. Wenigstens wird der Restaurantbetrieb weitergehen. Das Humboldt’s laufe weiter, sei getrennt vom 4 C: „Das Restaurant bleibt ganz normal geöffnet.“ Über das Restaurant unter Geschäftsführer Christopher Steinhauer werde zudem alles an Veranstaltungen noch durchgeführt, was gebucht und unter Corona-Bedingungen möglich sei. 

Das Coworking-Angebot, mit dem der Lüdenscheider IT-Unternehmer Jens Braeuker eine Nische für flexibles und unabhängiges Arbeiten füllen wollte, stellte er 2018 vor. Anfang Februar 2019 ging es los. Zwei Jahre, so der Plan, wollte er dem in Großstädten etablierten, für Lüdenscheid aber neuen Konzept Zeit geben, sich einzurichten, angenommen zu werden – „um zu sehen, wie funktioniert das Thema.“ Die Bereitstellung von Arbeitsmöglichkeiten in den Räumen der alten, elegant renovierten Villa sollte einhergehen mit Netzwerk-Veranstaltungen, mit Start-up-Unterstützung, mit Gelegenheiten zum Treffen, zum Ideenaustausch, zum Knüpfen von Kontakten. 4 C – das stand für Coworking, Community, Conference und Catering. 

Es war ein nicht immer einfaches erstes Jahr, in dem sich die Lüdenscheider an die neuen Möglichkeiten gewöhnten, sie nutzten, Feuer fingen. Im Februar vor dem Lockdown, so erzählt Braeuker, „da sah’s richtig gut aus. Wir waren hundertprozentig auf dem richtigen Weg.“ Dann kam der Lockdown. Danach wurde es nicht einfacher. „Mit der zweiten Welle sind uns wieder alle Veranstaltungen und Verträge dahergeflogen. Das ist einfach nicht mehr zu schaffen. Wir sind ein hundertprozentiges Corona-Opfer.“ Die Verängstigung sei spürbar. 

Also werde man den Geschäftsbetrieb einstellen, der Mietvertrag laufe Ende des Jahres aus. Wer allerdings noch Räume angemietet habe für Veranstaltungen, könne die selbstverständlich auch noch durchführen, betont er, zumal das Restaurant ohnehin geöffnet bleibe. Die bisherigen Coworking-Räume, davon ist der Lüdenscheider überzeugt, würden sicherlich schnell wieder vermietet – „an ein oder mehrere Unternehmen“.

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