Humboldt-Villa: Neue Blüte für den alten Park

LÜDENSCHEID ▪ Der Dornröschenschlaf der Humboldt-Villa scheint anzuhalten – aber nur auf den ersten Blick. Während die Fensterhandwerker (wir berichteten) Stück für Stück mit der Sanierung vorankommen, stehen jetzt die Landschaftsgärtner in den Startlöchern.

Am Freitag nahmen Spezialisten der Wuppertaler Firma Leonhards die Bäume in dem weitläufigen Park unter die Lupe. Ab nächster Woche sollen die Motorsägen angeworfen werden.

Die Fällaktionen gehen laut Projekt-Chef Marco Nipkow „in enger Abstimmung mit der Stadt“ über die Bühne. Vor wenigen Tagen hat ein Mitarbeiter aus dem Rathaus diejenigen Bäume markiert, die auch ohne Änderung des Bebauungsplans gefällt werden dürfen – und besser auch sollten. Denn weil das Gelände künftig öffentlich zugänglich sein wird, steht das Thema Verkehrssicherungspflicht ganz oben auf der Liste.

Nicht mehr standsichere und kranke Bäume sollen beseitigt, der Rest gepflegt und dauerhaft gesichert werden, sagen J. Christoph Leonhards und Michael Dautzenberg. „Wir wollen dem alten Park zu neuer Blüte verhelfen und vorsichtig und zurückhaltend neue Akzente setzen.“ Der Aufbau des Geländes soll aber „grundlegend erhalten werden“, lautet das Ziel der Landschaftsgärtner.

Zu den neuen Akzenten gehört die Anpflanzung von 17 neuen Bäumen über die ganze Anlage verteilt. Dabei legen die Fachleute auch im Sinne des Auftraggebers Wert darauf, dass die Gehölze zum Bestand und der Region passen. Exoten haben hier keinen Platz. Und die neuen Bäume – sie machen etwa ein Drittel des Gesamtbestandes aus – haben bei ihrer Anlieferung bereits einen Stammdurchmesser von 20 bis 25 Zentimetern, eine Höhe von rund sieben Metern und sind bis zu 15 Jahren alt, kündigt Michael Dautzenberg an, bei Leonhards der Spezialist für Grünflächenpflege und Vegetationstechnik.

Die Sägearbeiten beginnen in einer für die Landschaftsgärtner günstigen Jahreszeit. Nipkow: „Jetzt ist es ideal, jetzt gibt es keine frischen Triebe und vor allem keine Vogelnester in den Bäumen.“ Zwischen März und Mai kommenden Jahres ist Pflanzzeit, dann wollen die Fachleute das Gelände neu gestalten. Auch die offene Wiesenfläche wird komplett erneuert. „Während der Bauphase fahren die Maschinen sowieso alles kaputt.“ Nur die Baumwurzeln nicht. Wie Marco Nipkow ankündigt, sollen die erhaltenswerten Bäume während der Bauphase großzügig umzäunt werden, damit das Erdreich mit seinen Wurzeln nicht verdichtet wird.

Ist der Bebauungsplan erst einmal geändert, wird der vermeintliche Dornröschenschlaf für die Humboldt-Villa und ihren Park dann auch auf den ersten Blick endgültig beendet sein.

Olaf Moos

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