Zwischen Kreis und Quadrat

Werke des Lüdenscheider Maler Dezsö Kovác werden am Wochenende in der Humboldt-Villa gezeigt.

Lüdenscheid - - Es sind Bilder, die die Liebe des Künstlers zum Kubismus und zum Impressionismus widerspiegeln. Wie jenes, das die Einladung zu einer Ausstellung ziert, die am Samstag in der Humboldt-Villa ihre Pforten öffnet: „Die Brücke“ des Malers Dezsö Kovács.

40 Werke des Künstlers werden im Anschluss an die Vernissage in der Villa ausgestellt, zur Verfügung gestellt von der Tochter des Malers, Eva Kovacs, und der Galerie Kümmel. Die Galerie aus Brügge richtet einmal mehr die Ausstellung für den Humboldt-Club aus. So wird auch Galerist Detlev Kümmel am Samstag bei der Vernissage für geladene Gäste die Einführung in das Werk des Malers übernehmen. Im Anschluss ist die Ausstellung am Samstag von 15 bis 18 Uhr und am Sonntag in der Zeit von 11 bis 17 Uhr zu sehen, der Eintritt an der Humboldtstraße 36 ist frei.

Dezsö Kovács wurde 1937 in Budapest, Ungarn, geboren. Die Werke des eher wortkargen Künstlers waren lange Zeit nicht in der Öffentlichkeit zu sehen. Seine Ideen fußten auf der Beobachtung, dem Studierenden alter Meister und der fortwährenden Suche nach der Vollendung zwischen Kreis und Quadrat.

1956, nach der Ungarnrevolution, verließ er sein Heimatland, um in Wien Kunst zu studieren. Er arbeitete später in Düsseldorf als Glasmaler und Graphiker. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich mit der Schaffung von Bühnenbildern. Die ersten Einstellungen seiner Kunstwerke fanden ab 1966 in Wien statt.

1967 zog es den Künstler wieder nach Ungarn zurück. Dort verdiente er seinen Lebensunterhalt als Kleinplastiker in der staatlichen Münzprägeanstalt in Budapest, entwarf und gestaltete Forint-Münzen, unter anderem die Zehn-Forint-Münze, die millionenfach geprägt wurde. Auch viele Medaillen des olympischen Sportes tragen seine markanten und unverwechselbaren Motive.

Das künstlerische Zerlegen in seine geometrischen Formen und wieder neu Zusammensetzen des sichtbaren Motivs prägt viele seiner Bilder. Dezsö Kovács arbeitete stets an der perfekten Verbindung zwischen Kreis und Linie.

Der Künstler kam im Jahr 1972 zusammen mit seiner Frau und Tochter erneut nach Deutschland und lebte ab 1973 in Lüdenscheid. Große Ausstellungen in den Jahren 1977 und 1982 richtete er selbst ohne Fördermittel im Rathaus der Stadt aus. Er verstarb am 21. Februar 2007.

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