Hürden bei der städtischen Ausbildung

LÜDENSCHEID ▪ In diesem und den nächsten vier Jahren scheiden altersbedingt 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt aus dem Dienst aus. 2011 sind es 4,7. Das teilt das Personalamt jetzt auf eine Anfrage der Fraktion „Die Linke“ mit.

Diese Zahl bildet auch die Grundlage für die Ausbildungsplanung innerhalb der Verwaltung. Eine freiwillige Ausbildung über den eigenen Bedarf hinaus, wie sie früher praktiziert wurde, gibt es, wie berichtet, wegen der schlechten Haushaltslage nicht mehr. Das beschloss der Rat im vergangenen Jahr. Außerdem habe der Innenminister des Landes NRW durch einen Erlass festgelegt, dass Kommunen, die überschuldet sind, nicht unbegrenzt Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen dürfen, sondern nur so viele, wie sie zur Erfüllung ihrer Pflichtaufgaben benötigen.Bei den städtischen Tochtergesellschaften wird zum größten Teil auch regelmäßig ausgebildet. Der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) bildet kapazitätsgerecht in handwerklichen und kaufmännischen Berufen aus als da sind Straßenwärter, Industrie- und Bürokaufleute, Kfz-Mechatroniker, Tischler oder Gärtner. Bei der Seniorenwohnheim Weststraße GmbH stehen jährlich drei Ausbildungsplätze für Altenpfleger und einer für die Hauswirtschaft zur Verfügung. Darüber hinaus werde regelmäßig Praktikanten über die Absolvierung eines freiwilligen sozialen Jahres eine Ausbildungsmöglichkeit geboten.

Beim Stadtentwässerungsbetrieb Lüdenscheid (SEL) kann der Beruf „Fachkraft für Kanal- und Industrieservice“ erlernt werden. Bei den Stadtwerken Lüdenscheid besteht eine Vereinbarung mit der Mark E, wonach wechselseitig ausgebildet wird. Während in den vergangenen zwei Jahren die Stadtwerke Lüdenscheid GmbH ausbildete, wird dies in nächsten zwei Jahren die Mark E übernehmen. Die Lüdenscheider Wohnstätten AG bildet regelmäßig Immobilienkaufleute aus und garantiert für den Ausbildungstermin 2013 mindestens einen Ausbildungsplatz. Im Entwicklungs- und GründerCentrum Lüdenscheid könne zurzeit leider keine Ausbildung angeboten werden.

Im allgemeinen Verwaltungsbereich sei derzeit eine Stelle aufgrund der Wiederbesetzungssperre unbesetzt. Bei weiteren Stellen, zum Beispiel im Bereich des Rechts- und Ordnungsamtes und des Amtes für Stadtplanung sei die Zustimmung zur Ausnahme der einjährigen Wiederbesetzungssperre durch den Hauptausschuss erteilt worden. Darüber hinaus seien einige Verwaltungsbereiche ebenfalls durch den Beschluss des Hauptausschusses von der Sperre ausgenommen, beispielsweise die Feuer- und Rettungswache und die Kindertagesstätten.

Die Ausbildungen, die dem Bereich des mittleren Beamtendienstes entsprechen, werden laut Verwaltung seit Jahren nur noch über die Beschäftigung als Verwaltungsangestellte durchgeführt. Im Bereich des gehobenen Dienstes, der eigentlich immer in ein Beamtenbeschäftigungsverhältnis mündete, sei eine Einstellung auf Angestellten-Ebene zwar möglich, aber für Bewerber dann deutlich weniger attraktiv, so dass dies negative Folgen auf den Interessentenkreis habe. Bei der Stadt Lüdenscheid sei eine Übernahme nach Abschluss der Ausbildung nicht in jedem Fall gesichert, sondern nur möglich, wenn freie Planstellen zur Verfügung stehen.

Laut politischem Beschluss aus dem Jahr 2006 solle jedoch allen Ausbildungsabsolventen zumindest ein Zeitvertrag für ein Jahr angeboten werden. Die Verwaltung beabsichtige, die bisherige Ausbildungspraxis fortzusetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare