Hubschrauber: Nur dreimal jährlich nachts

Lüdenscheid - Als der wegen seiner Lautstärke auch „Teppichklopfer“ genannte Helikopter über Lüdenscheid kreiste (wir berichteten), geisterten auch viele Fragezeichen durch die Kreisstadt. Die LN-Redaktion liefert Antworten.

Der Facebook-Seite „Du bist Lüdenscheider, wenn...“ ist zu entnehmen, dass sich Nutzer über Erklärungsversuche wie „Personensuche“, „Bundeswehr“ oder sogar „Geheimdienst“ oder „Google-Hubschrauber“ austauschten. Angeblich waren mehrere Helikopter gleichzeitig unterwegs, kreisten über Heedfeld oder wurden in Oberbrügge gesichtet.

Tatsächlich bestätigt die Feuerwehr lediglich einen sogenannten Sekundärtransport, mit dem ein Patient auf einem zuvor geplanten Flug vom Klinikum in eine Spezialklinik gebracht wurde. Dass solche Flüge in der Dunkelheit abgewickelt werden müssen, kommt nach Angaben von Feuerwehr-Sprecher Jörg Weber „ungefähr zwei- bis dreimal im Jahr“ vor.

Und auch die Frage, warum für nächtliche Landungen und Starts extra die Feuerwehr ausrücken und den Hubschrauberlandeplatz ausleuchten muss, ist aus Sicht Webers schnell beantwortet. „Für die Einrichtung von Flugbefeuerungsanlagen sieht die Luftaufsicht strenge Regeln vor.“ Die zahlreichen technischen Erfordernisse zu erfüllen, sei angesichts der vergleichsweise seltenen Flugbewegungen in der Dunkelheit einfach zu aufwändig. Deshalb werde die Ausleuchtung des Landeplatzes bei Bedarf von der Feuerwehr gewährleistet.

Wenn das Klinikum die Feuerwehr wegen einer nächtlichen Helikopterlandung anfordert, geschieht das im Rahmen der Patientenversorgung durch den Rettungsdienst und wird laut Jörg Weber auch so abgerechnet. Deshalb gilt das Prinzip „Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch“ in diesen Fällen nicht. Nach den Bestimmungen des Feuerschutzhilfegesetzes (FSHG) könnten nur böswillig ausgelöste Fehlalarme oder Schäden durch unsichere Gefahrstofftransporte in Rechnung gestellt werden.

Olaf Moos

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