Inzidenz von über 350

Ab heute neue Regeln: Hotspot erlässt Trinkverbot wegen Maskenpflicht-Ärger

Werdohler Straße
+
Der Bereich Werdohler Straße/Kluser Platz: Hier gilt ab Montag eine Maskenpflicht.

Die Stadt Lüdenscheid - mit einer Inzidenz von mehr als 350 einer der Hotspots im Märkischen Kreis - macht ernst. Mit einer neuen Allgemeinverfügung will sie jegliche Zusammentreffen dort verhindern, wo zuletzt vermehr Corona-Fälle aufgetreten sind oder wo sich viele Menschen nicht an die Regeln gehalten haben.

Wie die Stadt Lüdenscheid am Freitag mitteilte, wird die in der Innenstadt geltende Maskenpflicht jetzt auch auf Nebenzentren ausgeweitet, zum Beispiel auf das Bahnhofsumfeld sowie die Kluse. Mit der Verschärfung der städtischen Corona-Regelungen reagiert die Verwaltung auf die weiter steigenden Infektionszahlen und zuletzt vermehrten Corona-Fälle in Gebieten mit dichterer Wohnbebauung wie an der Werdohler Straße. Das hatten Recherchen unserer Zeitung zutage gefördert.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

Weitere Maßnahmen sind nach Angaben der Stadt Lüdenscheid die personelle Aufstockung des Ordnungsamtes und die Sperrung weiterer öffentlicher Plätze. Eine entsprechende Allgemeinverfügung der Stadt wurde am Freitag veröffentlicht und gilt ab Montag, 29. März, und bis einschließlich 18. April.

Sowohl das Bahnhofsviertel als auch der Bereich Kluser, Werdohler und Worthstraße sind laut Allgemeinverfügung sehr belebte Nebenzentren und wichtige Verkehrsknotenpunkte mit entsprechend vielen Bushaltestellen. Hinzu kommen unter anderem zahlreiche Geschäfte, Dienstleister, Gastronomen, Kioske sowie teilweise auch Wettbüros und eine dichte Wohnbebauung. Das führe täglich dazu, dass viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen. Weil außerdem eine „Steuerung insbesondere der Fußgängerströme zur Einhaltung von Mindestabständen nicht möglich“ sei, müssten Mund und Nase hier - so wie in allen anderen Bereichen auch - ab sofort an sieben Tagen die Woche von 8 bis 20 Uhr bedeckt werden.

In der Allgemeinverfügung heißt es zu diesem Bereich: „. Mindestabstände sind aufgrund der inhomogenen Publikumsströme nicht einhaltbar. Direkt von der Kreuzung Werdohler Straße/Worthstraße führt die Zuwegung bis zum Netto-Markt, Worthstraße 12, der im Stadtteil die größte Nahversorgungsfunktion mit entsprechendem Publikumsverkehr darstellt, an einem besucherintensiven Kultur- und Islamzentrum, Worthstr. 4, vorbei. Auch hier sind herkömmlich ausgebaute Gehwege mit parkenden Fahrzeugen vorhanden, so dass ein Ausweichen zum Einhalten des Mindestabstandes für den gleichen inhomogenen Publikumsstrom nicht möglich ist. Erst über der Höhe des Netto-Marktes, Worthstr. 12, kann wieder eine verstärkte Auflösung bzw. Zerstreuung des zuvor kanalisierten Fußgängerverkehrs festgestellt werden. 

Die Zone der Maskenpflicht in der Stadt Lüdenscheid.

Außerdem gilt die Maskenpflicht ab sofort auch im Rosengarten. Das wird in der Verfügung zum einen mit der „hohen Begegnungs- bzw. Verweil- und Kontaktfunktion“ des Platzes begründet. Zum anderen liege der Rosengarten in unmittelbarer Nähe zur Shopping-Meile Wilhelmstraße, zum Einkaufszentrum Stern-Center sowie zur Gastronomie und einem Seniorenwohnheim.

Auf diesen Plätzen und Straßen gilt die Maskenpflicht ab sofort. Die neuen Bereiche sind gefettet und damit hervorgehoben:

  • Rathausplatz
    Sternplatz
    Rosengarten
    Sterngasse
    Altenaer Straße (im Bereich der Fußgängerzone)
    Wilhelmstraße
    Fußgängerunterführungen am Sauerfeld
    Knapper Straße (von der Innenstadt bis zur Einmündung Lessing- bzw. Parkstraße)
    Bahnhofstraße (ab der Einmüdung Martin-Niemöller-Straße bis zur Kreuzung Körnerstraße/Lutherstraße)
    Bahnhofsallee 1
    Hermann-Reitz-Platz
    Fußweg entlang des Kirchheim-Parkplatzes zwischen der Überquerungshilfe Martin-Niemöller-Straße/Rathausplatz bis zur Polizeiwache
    Kluser Straße
    Werdohler Straße (zwischen den Kreuzungen Bergstraße bis Worthstraße)
    Worthstraße (von der Kreuzung Werdohler Straße bis zum Netto-Markt (Werdohler Straße 12))

Das Ablegen bzw. jede Form nicht ordnungsgemäßen Tragens der Mund-Nase-Bedeckung zum Rauchen, E-Dampf-Konsum oder zur medizinisch nicht notwendigen Einnahme von Speisen und Getränken ist auf den Verkehrsflächen untersagt, heißt es weiter. Die Stadt Lüdenscheid verschärft die Maskenpflicht auch dahingehend, dass die Mund-Nase-Bedeckung ab sofort nur noch dann abgelegt werden darf, wenn eine medizinische Notwendigkeit dafür besteht - wie etwa die Einnahme von Tabletten oder bei akuten Kreislaufbeschwerden. Von der Maskenpflicht ausgenommen sind wie bisher ausschließlich Kinder bis sechs Jahre und Personen, denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes aus medizinischen Gründen nicht zuzumuten ist. In diesem Fall muss auf Verlangen allerdings ein ärztliches Attest vorgezeigt werden können.

Darüber hinaus kündigt die Stadt Lüdenscheid an, den Schulhof der Knapper Schule ab sofort außerhalb der Schulzeiten abzusperren. Dasselbe gilt für den Bolzplatz an der Kaiserallee. Hier versammeln sich immer wieder Menschen in großen Gruppen, ohne eine Maske zu tragen und den Mindestabstand einzuhalten. Außerdem kommt es dabei immer wieder zu Verstößen gegen die Kontaktbeschränkungen. Sollte an anderen öffentlichen Plätzen ähnliche Vorkommnisse dokumentiert werden, sollen diese Bereiche ebenfalls rigoros abgesperrt werden.


Zudem wird die Corona-Streife aufgestockt. Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Fachdiensten der Stadtverwaltung unterstützen das Ordnungsamt ab sofort bei der Erledigung seiner Aufgaben. Dazu gehört unter anderem die Kontrolle der Personen, die sich als Corona-Infizierte bzw. als Kontaktpersonen der Kategorie 1 in häuslicher Quarantäne aufhalten müssen. Außerdem verstärkt Security-Personal ab sofort nach Bedarf die sogenannte „Corona-Streife“. Das Ordnungsamt wird auch die Zusammenarbeit mit der Polizei weiter intensivieren.

Die Sieben-Tage-Inzidenz des Märkischen Kreises lag am Freitagmorgen bei 233,0. In Lüdenscheid betrug der Wert gar 351,25 - und das trotz zahlreicher Vorsichtsmaßnahmen, die die Stadt in den vergangenen Wochen und Monaten bereits betroffen hat. „Uns bleibt leider nichts anderes übrig, als die bestehenden Regelungen zu verschärfen und auszuweiten“, sagt Sebastian Wagemeyer. Gleichzeitig erneuert der Bürgermeister seinen Appell an alle Bürgerinnen und Bürger, sich auch im Privaten an die Corona-Regeln zu halten und Kontakte so umfassend wie möglich einzuschränken. „Die Lage ist ernst. Wir sind alle dazu aufgerufen, Verantwortung für uns und unsere Mitmenschen zu übernehmen und uns rücksichtsvoll und vorsichtig zu verhalten“, so Wagemeyer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare