Hotset: Mit frischen Ideen raus aus der Kurzarbeit

Die Auftragsbücher sind wieder prallvoll: Hotset-Geschäftsführer Ralf Schwarzkopf im Betrieb.

LÜDENSCHEID - Nach 15 Monaten Kurzarbeit gibt es bei Hotset Heizpatronen in Lüdenscheid wieder Überstunden, Samstagsarbeit und Neueinstellungen: Seit Mai wird an der Hueckstraße wieder voll gearbeitet. „Das Krisenjahr zu überwinden, haben wir gemeinsam geschafft“, betont Ralf Schwarzkopf, Geschäftsführer des 1973 gegründeten Unternehmens, das an der Hueckstraße in Lüdenscheid 220 Beschäftigte zählt, auf Malta eine Niederlassung mit 60 Mitarbeitern hat und weltweit tätig ist.

Bei den „Hotsettern“ ziehen tatsächlich alle an einem Strang: „Wir betrachten unsere Mitarbeiter wie Gesellschafter“, erläutert Schwarzkopf, „sie sind mit dem Erfolg des Unternehmens eng verbunden.“ Konkret heißt das: Bei mehr als 5,5 Prozent Ertrag vor Steuern fließt jeweils ein Drittel des Gewinns an die Gesellschafter, ans Unternehmen und an die Mitarbeiter – „und zwar unbegrenzt“, wie der Geschäftsführer hervorhebt.

Drei Mal im Jahr informiert Schwarzkopf alle Mitarbeiter ausführlich über den wirtschaftlichen Stand ihres Betriebes. „Dabei muss ich mir auch kritische Fragen gefallen lassen, was mitunter wirklich hilfreich ist.“ Gerade zu Beginn der Krisenzeit waren diese Versammlungen nicht einfach, doch laut Schwarzkopf sorgte die unmittelbare Beteiligung der Mitarbeiter am Auf und Ab des Unternehmens auch in dieser Phase für Identifikation: „Das Verrückte war ja, dass wir 2008 das beste Jahr der Firmengeschichte hatten – und 2009 das schlechteste. So war allen klar, warum wir in bestimmten Betriebsbereichen abbremsen mussten, der Vertrieb aber zum Beispiel voll weiterlief.“

So verzichteten viele Beschäftigte in der Kurzarbeit auf Einkommen, die Gesellschafter auf Erträge. Zugleich war Schwarzkopf klar: „In schlechten Zeiten werden Marktanteile verteilt. Gerade dann kann man neue Produkte entwickeln und Mitarbeiter qualifizieren. Wir haben das 2009 getan und profitieren jetzt davon. Für den, der das verschläft, wird es problematisch, wenn die Nachfrage wieder anzieht. Wir haben neue Ideen an den Markt gebracht und werden jetzt mit Aufträgen förmlich eingedeckt – auch aus China. Für Entwicklungen hätten wir jetzt kaum noch Zeit.“

Das Wort Fortbildung wird bei Hotset indes übers ganze Jahr groß geschrieben. Auch hier geht das Unternehmen ungewöhnliche Wege: „Unsere Auszubildenden stellen den Kalender der Weiterbildungsangebote zusammen“, schildert Schwarzkopf. So werden auch die „Stifte“ an Prozessen im Betrieb beteiligt. Und wer das Wort „hotset campus“ hört, könnte meinen, die innovationsfreudigen Lüdenscheider hätten gar die Betriebs-Universität erfunden. Tatsächlich verbirgt sich dahinter die Bündelung erforderlicher oder gewünschter Seminar-Angebote, deren Palette vom Sprachkursus bis zum Yoga reicht. Im „hotset campus“ kommen zudem Mitarbeiter aller Bereiche und Hierarchie-Ebenen zusammen.

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