Dickes Lob fürs Mitarbeiter-Team

Schwester Sabrina, Hauswirtschafterin Melanie Knoche und Hospiz-Leiterin Marion Döbbelin (v.l.) freuen sich über mehr Platz in der Einrichtung des evangelischen Perthes-Werkes.

Lüdenscheid - Marion Döbbelin führt stolz durch die 1. Etage des Amalie-Sieveking-Hauses. Dort, wo einst die Bewohner des Altenzentrums lebten, haben jetzt die Gäste des Hospizes geräumige und renovierte Zimmer bezogen.

Freunde des Hauses haben Dekoration und Bilder gespendet, der Malerbetrieb Wieghardt & Sohn Farbe und Fachwissen und Wolfgang Thalwitzer, Vorsitzender der Medardus-Stiftung, hat schnell und unkompliziert alle Hilfen und Anschaffungen zur Verfügung gestellt, die notwendig waren. „Dafür möchte ich ihm einen ganz großen Dank aussprechen“, sagt die Einrichtungsleiterin und gibt das Lob auch an das gesamte 11-köpfige Mitarbeiter-Team weiter: „Sie haben teilweise mit ihren Ehemännern oder Partnern in Eigenarbeit aufgeräumt, die Zimmer renoviert und sich bis zu 16 Stunden am Tag ins Zeug gelegt. Das war wirklich toll und keinesfalls selbstverständlich“, freut sie sich über den selbstlosen Einsatz.

Was dabei herumgekommen ist, kann sich sehen lassen: Geräumige Zimmer für die fünf Gäste, die das Hospiz aufnehmen kann und die derzeit auch belegt sind, zwei Angehörigen-Zimmer, in den Familien mit Kindern der schwerstkranken Gäste übernachten oder sich auch einmal zu Gesprächen mit ihnen zurückziehen können. „Die Angehörigen können auch hier übernachten. Wir gestalten das ganz variabel“, sagt Marion Döbbelin. Auch ein großes Behinderten-WC ist auf der Etage. War der Platz in der 4. Etage des Sieveking-Hauses doch sehr beengt, so ist die zur Verfügung stehende Fläche jetzt doppelt so groß. Damit ist mehr Platz für zwei Lagerräume, für ein Dienstzimmer sowie einen Vorratsraum und eine eigene Küche. Früher nutzte das Hospiz die Küche des Altenheims, jetzt wird selbst gekocht.

Dafür zuständig ist Hauswirtschafterin Melanie Knoche, die für das Wohl von Gästen und Angehörigen verantwortlich ist und auch die Wunschkost zubereitet, wenn ein Gast einmal einen ganz speziellen Essenswunsch hat. Melanie Knoche kümmert sich zudem auch um die Wäscheversorgung.

„Wir sind sehr froh, dass wir uns hier jetzt großzügiger ausbreiten können“, sagt Marion Döbbelin, die ihr Team dabei in den Vordergrund stellt. „Ich sorge für die Rahmenbedingungen, die Mitarbeiter, darunter auch ein Pfleger, tragen das Hospiz. Dabei geht es nicht darum, was in unseren Ablauf passt, sondern wie wir unter den gegebenen Umständen die Lebensqualität unserer Gäste so gut wie möglich erhalten können.“

Die Hospiz-Gäste schreiben immer wieder ihre eigenen Geschichten. 73 sterbenskranke Menschen sind in diesem Jahr bisher aufgenommen worden. Der jüngste darunter war 26 und Vater zweier kleiner Kinder. Vor drei Wochen heiratete ein anderer Gast, der inzwischen verstorben ist noch. „Es war ein Samstag. Wir haben beim Ordnungsamt angerufen und darüber noch eine Standesbeamtin gefunden, die dann die Trauung vollzogen hat.“

Peter Dieter Flegel hat den Umzug miterlebt und sitzt nun in seinem neuen Zimmer. Der 48-Jährige freut sich darauf, in den nächsten Tagen noch einmal nach Hause zu kommen. „Wir versuchen alles, um die Wünsche unserer Gäste zu erfüllen“, sagt Marion Döbbelin.

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