Die rote Couch steht am Loh

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Horst Wackerbarth ist Samstagmittag mit seinem Sofa zu Gast am Loh.

Lüdenscheid - Ein Jahr lang reist der international bekannte Fotokünstler Horst Wackerbarth durch alle Regionen Nordrhein-Westfalens, um für das Portrait „heimat.nrw“ mit seiner roten Couch besonders typische und besonders markante Orte und Menschen in Szene zu setzen.

Lüdenscheid ist Samstagmittag dabei, wenn die rote Couch mal wieder ausgeladen wird. In Szene gesetzt wird das Möbelstück an der altehrwürdigen Schützenhalle in Lüdenscheid, wo der erste muslimische Schützenkönig Deutschlands, Mithat Gedik aus Werl, darauf Platz nehmen wird. Im Sommer 2014 hatte Gedik bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, weil er als erster Muslim die Schützenkrone übernahm. Sein Dorf war begeistert, dem Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) war seine Krönung ein Dorn im Auge. Er wollte Gedik nicht als König akzeptieren, weil er kein Christ ist.

Die Schützenhalle wurde also mit Bedacht als Standort für die rote Couch ausgewählt. Unter anderem auch deshalb, weil der Turm, an dem der Zahn der Zeit genagt hatte, 2007 auch mit Mitteln der NRW-Stiftung saniert und erweitert werden konnte.

Im Herbst 2016 feiert das Land Nordrhein-Westfalen seinen 70. Geburtstag und die von ihr gegründete Nordrhein-Westfalen-Stiftung ihren 30. Geburtstag. Zusammen blicken sie dann auf 100 Jahre Heimat zurück. Aus diesem Anlass wird das fotokünstlerisches Portrait NRWs erstellt, das landestypische Themen, Menschen und Orte, aber auch die Besonderheiten und Schönheiten in NRW vorstellt.

Die rote Couch ist Wackerbarths Markenzeichen: Er war damit unterwegs in der Eiswüste Alaskas und im Regenwald Südamerikas, in den Metropolen Europas und den Dörfern Sibiriens. Prominente wie Michail Gorbatschow oder Yehudi Menuhin haben auf ihr ebenso Platz genommen wie Analphabeten, Landarbeiter oder Hooligans. Mehr als 800 Motive sind es inzwischen, die der Künstler weltweit für sein Lebenswerk „The Red Couch – A Gallery of Mankind“ geschaffen hat.

Viele der Orte, die Wackerbarth besucht, sind von der NRW-Stiftung geförderte Natur- und Kulturprojekte und finden sich in dem fotokünstlerischen Portrait NRWs wieder. 80 großformatige Fotomotive werden die Besonderheiten und Eigenarten der verschiedenen Regionen Nordrhein-Westfalens zeigen und zugleich einen Blick auf die kulturelle, wirtschaftliche und naturräumliche Entwicklung des Landes ermöglichen. Die Rote Couch von Horst Wackerbarth fungiert dabei als gemeinsamer Nenner. Das Fotoportrait soll darüber hinaus auch dazu beitragen, das „Wir-Gefühl“ der Bürgerinnen und Bürger in NRW zu fördern und Identität zu stiften.

Ab September 2016, passend zum runden Geburtstag des Landes und der von ihr gegründeten NRW-Stiftungg, sind die Bilder dann in der Ausstellung „heimat.nrw“ im Landtag und im NRW-Forum in Düsseldorf, später dann auch auf Wanderausstellungen zu sehen. Zusätzlich wird es einen Bildband und einen Kalender, Postkarten und ähnliche Produkte mit Bildern der Roten Couch in NRW geben.

Finanziert wird das Fotoportrait von der NRW-Stiftung mit Unterstützung der RAG-Stiftung.

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