„Honoriger Kaufmann“ ohne Attest: Berufung weiter anhängig

Lüdenscheid - Der „honorige Kaufmann“ und die Druckerpatrone aus dem Saturn-Markt, dieses Thema lässt die Justiz auch knapp zwei Jahre nach dem mutmaßlichen Ladendiebstahl nicht ruhen. Zwei Wochen nach der geplatzten Berufungsverhandlung vor der 5. Kleinen Strafkammer des Landgerichts wartet die Vorsitzende Richtern Claudia Oedinghofen auf eine plausible Erklärung für die Abwesenheit des Angeklagten.

Der hatte über seinen Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Krekeler aus Dortmund, erklären lassen, er liege stationär in einem Hamburger Krankenhaus. Der Sprecher des Landgerichts, Jan Schulte, bestätigt, dass der Kammer nach wie vor keine Bestätigung für einen Klinikaufenthalt vorliege. Die Richterin habe den Verteidiger nun schriftlich aufgefordert, den Sachverhalt zum Krankenstand seines Mandanten ausführlich zu erklären.

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Per Gesetz hätte Richterin Oedinghofen die Berufung längst verwerfen können. In der Strafprozessordnung heißt es unter anderem, dass „das Gericht eine Berufung des Angeklagten ohne Verhandlung zur Sache zu verwerfen“ habe, wenn der Angeklagte nicht erschienen sei „und das Ausbleiben nicht genügend entschuldigt“ habe.

Doch auch wenn die Berufung des Kaufmanns verworfen würde, ist die Sache für ihn längst nicht ausgestanden. Denn auch die Staatsanwaltschaft hatte Rechtsmittel gegen das erstinstanzliche Urteil eingelegt. Der Kaufmann hat zu Prozessbeginn im Mai 2014 mutmaßlich falsche Angaben zu seinen Vermögensverhältnissen gemacht. - omo

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