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Homeoffice-Pflicht gekippt: So reagieren die Unternehmen im MK

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Von: Olaf Moos

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Homeoffice
Symbolbild © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Mit dem Ende der Verpflichtung für Arbeitgeber, Beschäftigten während der Pandemie Homeoffice-Möglichkeiten zu bieten, ist die Geschichte der Heimarbeitsplätze in Lüdenscheid offenbar längst nicht abgeschlossen.

Lüdenscheid - Viele Arbeitnehmer haben sich an das Modell gewöhnt und möchten es fortsetzen. Andere sind froh, wieder im Kreise der Kollegen am Arbeitsplatz zu sein.

Für den Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie Lüdenscheid mit seinen 232 Mitgliedsunternehmen ist der Wegfall der Verpflichtung „kein Verlust“, wie Geschäftsführer Christian Lepping sagt. „Die Unternehmen haben durchaus gute Erfahrungen mit Homeoffice-Angeboten gemacht.“

Künftig würden sicher in jedem Betrieb „flexible und praxisgerechte Lösungen“ geprüft, die sich im Rahmen der Möglichkeiten „im Einzelfall an interner Kommunikation und der Abstimmung betrieblicher Prozesse orientieren“. Der Arbeitgeberverband befinde sich in engem Austausch mit den Betrieben.

Das Ende der Verpflichtung für Arbeitgeber wird zum Beispiel in der Firma Busch-Jaeger Elektro am Freisenberg nicht das Ende der Heimarbeit sein. Das geht aus einer Stellungnahme hervor, die das Unternehmen gegenüber der Redaktion abgegeben hat.

Busch-Jaeger-Sprecher Peter Sieger erklärt dazu, dass „ein großer Teil der Mitarbeiter“ nach Ausbruch der Pandemie die Möglichkeit genutzt habe, vom Homeoffice aus zu arbeiten. „Busch-Jaeger hat diese Form des Arbeitens bereits gefördert, bevor es eine gesetzliche Verpflichtung gab.“

Wie es weiter heißt, will die Unternehmensleitung nach den Sommerferien prüfen, „wie eine geordnete Rückkehr der Belegschaft an ihre Arbeitsplätze geregelt werden kann“. In diesem Zusammenhang sollen auch „sinnvolle Lösungen zum Thema Home Office eine Rolle spielen“.

Doch auch in Behörden mit ihrem überwiegenden Anteil an Bürotätigkeiten ist das Homeoffice-Modell ein Thema. So teilt Stadtpressesprecher Sven Prillwitz mit, dass Bedienstete „grundsätzlich bis Jahresende“ zuhause arbeiten können, wenn es möglich ist. „Das Interesse ist durchaus vorhanden.“ Die technischen Voraussetzungen sind längst geschaffen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibe auf der Tagesordnung.

In der Kreisverwaltung mit ihren 1300 Beschäftigten haben in der Hochzeit der Pandemie rund 58 Prozent der Belegschaft im Homeoffice gearbeitet, teilt Alexander Bange im Kreishaus mit. Schon vor Corona hatten demnach 230 Beschäftigte die Möglichkeit mobil oder daheim zu arbeiten.

„Da, wo es möglich ist, setzt der Kreis erfolgreich auf das digitale Arbeiten von zu Hause aus – und will das auch in Zukunft weiterhin ermöglichen.“

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