„Niemand wird gezwungen“

Homeoffice kein Neuland: Firmen im MK vorbereitet - Beschluss „längst umgesetzt“

Der Kfz-Mechatroniker, der den Ölwechsel für einen Kunden in der heimischen Garage macht? Die Krankenschwester, die Patienten mit nach Hause nimmt? Die Umsetzung des Beschlusses der Bundeskanzlerin und der Länderchefs zum Homeoffice ist natürlich nicht in jeder Branche möglich. Doch die pandemiebedingten Vorgaben stoßen bei zahlreichen Arbeitnehmern in Lüdenscheid offenbar auf reges Interesse.

Lüdenscheid – Homeoffice in Zeiten von Corona. Die Vorgaben stoßen bei zahlreichen Arbeitnehmern in Lüdenscheid auf reges Interesse. Das zeigt eine Kurzumfrage bei heimischen Unternehmen und Behörden. Danach haben sich viele Arbeitgeber schon beim ersten Lockdown auf die neue Beschlusslage eingestellt. Laut Beschluss soll „überall dort, wo es möglich ist, den Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice“ ermöglicht werden, „sofern die Tätigkeiten es zulassen“.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohner 72.313 (Stand: 31.12.2019)

Homeoffice kein Neuland: Firmen im MK vorbereitet - Herkömmlicher Rechner reicht

Bei Erco Leuchten beispielsweise ist das „Homeoffice als Werkzeug gar nicht neu“, sagt Unternehmenssprecher David Kuntzsch. Rund 300 der insgesamt 500 Beschäftigten am Standort Lüdenscheid arbeiten am Bildschirm. Bereits seit März vergangenen Jahres ist demnach ein Großteil der Mitarbeiter im Homeoffice tätig. Kuntzsch: „Dazu brauchen sie zu Hause nur einen herkömmlichen Rechner mit Internetanschluss.“

Selbst Konferenzen innerhalb des Hauses werden bei Erco meistens online abgehalten. Der Erco-Sprecher: „Niemand bei uns ist gezwungen, sich in eine kritische Situation zu begeben.“ Auch aus der Chefetage der Firma Kostal heißt es: „Viele unserer Mitarbeiter sind schon seit dem vergangenen Jahr im Homeoffice. Aktuell hat sich also nicht viel verändert.“

Homeoffice kein Neuland: Firmen im MK vorbereitet - Kreisverwaltung schafft neue Rechner an

Im Kreishaus zu arbeiten heißt vielfach auch, zu Hause zu arbeiten. Wie der Leiter des Fachdienstes Zentrale Steuerung, Guido Thal, bestätigt, haben im Januar 2020 schon rund 200 der insgesamt 1300 Bediensteten des Märkischen Kreises die Möglichkeit zum Homeoffice genutzt. Aktuell liegt die Zahl laut Thal bei 700 bis 800.

Für die technische Ausstattung hat die Kreisverwaltung nach Auskunft des Fachdienstleiters eine Menge neuer Rechner angeschafft, die die Bediensteten mit nach Hause nehmen konnten. Guido Thal: „Wir haben schnell reagiert. Das sieht man mittlerweile sogar schon an der Auslastung unserer Parkplätze am Kreishaus.“

Homeoffice kein Neuland: Firmen im MK vorbereitet - Zugang über städtische Datenbank per Stick

Als „sehr großzügig“ bezeichnet der 1. Beigeordnete Dr. Karl Heinz Blasweiler das Vorgehen der Stadtverwaltung. „Wir haben nicht gewartet, sondern die Fachdienste schon vor einem Jahr aufgefordert, Homeoffice-Arbeitsplätze zu schaffen.“ Dafür habe die Verwaltung auch Notebooks herausgegeben. Der Zugang in die städtische Datenbank erfolge jeweils über Internet-Sticks. Blasweiler: „70 bis 80 Prozent der Arbeit kann so von zu Hause aus erledigt werden.“

Schon vor Corona waren laut Auskunft des Beigeordneten etwa 40 städtische Bedienstete im Homeoffice – „zum Beispiel wegen der Kinderbetreuung“. Die Zahl stieg mit dem ersten Lockdown und ließ im Sommer etwas nach. Derzeit arbeiten rund 400 der 1000 Beschäftigten der Stadt zeitweise in den eigenen vier Wänden – Führungskräfte eingerechnet. Auch Stadtkämmerer Blasweiler ist nicht an jedem Arbeitstag im Rathaus.

Noch mehr Homeoffice anzubieten, ist nach den Worten des Beigeordneten organisatorisch machbar. „Aber die Beschaffung der Hardware ist schwierig, der Markt ist ziemlich leer gefegt.“ Auch gegenüber vom Rathaus, in der Rechtsanwaltskanzlei Bergfeld & Partner mit 15 Juristen und 54 Beschäftigten, ist der aktuelle Beschluss seit dem ersten Lockdown umgesetzt, sagt Kanzleipartner Martin Buchheister – auch im Hinblick auf Mandantenbesuche. „Daran hat sich aktuell nichts geändert.“ Die Nachfrage nach Homeoffice halte sich jedoch noch in Grenzen. Und bei vielen Angelegenheiten, so bei Notariaten, sei persönliche Anwesenheit erforderlich.

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