Holzumkleide Hotopstraße: Stadt plant weiter Abriss

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Sie bleibt ein Zankapfel zwischen der Stadt Lüdenscheid und den Münsteraner Denkmalschützern: Über die hölzerne Umkleide Hotopstraße entscheidet womöglich erneut der Minister.

LÜDENSCHEID - Keine zwei Jahre ist es her, da erklärte NRW-Bauminister Voigtsberger (SPD) die hölzerne Umkleide an der Hotopstraße zum Denkmal – gegen den Willen der Stadt, die keine Verwendung dafür sieht und den Abriss wollte.

Für 2013 stellte sie nun erneut 60.000 Euro für diesen Abbruch in den Haushalt: Das Rathaus plant einen neuen Anlauf beim Münsteraner Amt für Denkmalpflege.

Denn die obere Denkmalbehörde beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe blieb bisher hart: Der Holzbau sei archetypisch und stadtbildprägend und daher zu erhalten, ob es nun eine neue Nutzung dafür gibt oder nicht. Rat und Verwaltung der Stadt Lüdenscheid sehen dagegen keinen Sinn in einem Erhalt, der nach ihren Berechnungen obendrein mit einer halben Million Euro zu Buche schlagen würde.

Dieser Umstand ist laut Stefan Frenz, Fachdienstleiter Kultur und Denkmalschutz in Lüdenscheid, nun auch ein gewichtiges Argument gegenüber dem LWL-Amt: Das Land habe mit der Stadt Lüdenscheid gemeinsam das strenge Zehn-Jahres-Sparprogramm zur Haushaltssicherung aufgelegt – und jetzt bürde man der klammen Kommune diese Last auf.

Sollte die Stadt die obere Denkmalbehörde mit diesem und weiteren Argumenten doch vom Abriss überzeugen, muss das Geld dafür vorhanden sein. „Deshalb stehen die 60.000 Euro wie im Vorjahr im Etat“, sagte Frank Kuschmirtz, Chef der Zentralen Gebäudewirtschaft der Stadt.

Kann aber das Benehmen, wie es auf gut Amtsdeutsch heißt, nicht hergestellt werden, weil das Denkmalamt bei seiner Linie bleibt, könnte es einen weiteren Ministerentscheid herbeiführen. Inzwischen wäre es Minister Michael Groschek, gleichfalls SPD, der über das Schicksal der Hotopstraße zu befinden hätte. Dieser zweite Ukas eines Ministers wäre für die Stadt Lüdenscheid bindend, erklärte Stefan Frenz. Doch so weit sei man noch lange nicht. Die Stadt setze auf gute Argumente.

Indes hat die Holzumkleide in Lüdenscheid auch ihre Fans, etwa den Geschichts- und Heimatverein oder den Maler Klaus Röttenbacher. Dieser Handwerker, der auch künstlerisch tätig ist und sich den Holzbau als Atelier vorstellen könnte, wenn er nur etwas jünger wäre, hatte 2011 zur Rettung der Umkleide aufgerufen. Er wollte dazu auch Kollegen aus anderen Branchen zu Hilfe holen.

Dass seitdem noch nichts in diese Richtung passierte, führt Klaus Röttenbacher allein darauf zurück, dass weder er noch andere ohne Erlaubnis dort bewahrend tätig werden dürfen. „Das Angebot steht aber weiterhin“, erklärte er gestern auf LN-Anfrage. Die Stadt selbst hatte längere Zeit nach einem Nutzer oder Investor gesucht, doch weder von außen noch im Rathaus gab es bisher eine zündende Nutzungs-Idee. - Thomas Hagemann

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