Hoffnung auf Entzerrung

Auf dem Sportplatz Höh sollen bis zu 1000 Flüchtlinge untergebracht werden. Ein erforderlicher Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan wurde im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt am Mittwochabend verschoben.

Lüdenscheid - Ob die Flüchtlingssituation und die damit verbundenen Anforderungen an die Stadt Lüdenscheid in vier Wochen vielleicht entspannter aussehen als zurzeit, ist wohl kaum sicher zu prognostizieren.

Dennoch beschlossen die Mitglieder des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt am Mittwochabend, den vorgelegten Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Sportplatz Höh/Rätherwiese um vier Wochen zu verschieben. Wie berichtet, sollen auf dem Sportplatz Höh bis zu 1000 Flüchtlinge untergebracht werden.

CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling hatte den Antrag auf Vertagung gestellt. Dabei spielte die Sorge um eine Ghettoisierung eine Rolle, aber auch die Hoffnung, dass sich die angespannte Situation entzerren könne. Ein für nächsten Dienstag mit der Regierungspräsidentin anberaumtes Treffen zu dem Thema sei abgesagt worden mit der Begründung, der Zuzug von Flüchtlingen stabilisiere sich. Außerdem sei eine neue Bewertung durch das Land in Aussicht gestellt worden und eine geänderte Flüchtlingregistrierung durch den Bund. Zudem hatte Ralf Ziomkowski von der Zentralen Gebäudewirtschaft vorher die Kapazitäten in den acht bestehenden Übergangsheimen – 663 Flüchtlinge – aufgelistet und weitere Expansions- und Unterbringungsmöglichkeiten skizziert.

Martin Bärwolf, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen, hatte aber zuvor ebenso darauf hingewiesen, dass mittelfristig Platz für 2000 Flüchtlinge geschaffen werden müsse, die dauerhaft in Lüdenscheid wohnen werden. Dafür müsse auf der Stadt zur Verfügung stehenden Flächen sozialer Wohnungsbau umgesetzt werden, zum Beispiel auf der Höh. Dennoch gab er dem parteiübergreifenden Wunsch nach, den Aufstellungsbeschluss um vier Wochen zu verschieben. „Wenn das einem Beschluss mit breiter Mehrheit dient, zieht die Verwaltung die Vorlage zurück.“

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