Hoffen auf überraschende Ideen der Bürger zum Etat

LÜDENSCHEID ▪ Stadtkämmerer Karl Heinz Blasweiler begrüßt die Pläne der Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen, den Stadt-Etat 2011 in der Ratssitzung morgen (17 Uhr, Ratssaal) zu einem Bürgerhaushalt zu machen. Wie berichtet, sollen interessierte Lüdenscheider nach zwei Info-Angeboten in den Ferien eigene Vorschläge zu Einsparungen oder Ausgaben machen.

„Ich traue den Bürgern ein gerüttelt Maß an Einschätzungsvermögen zu“, sagte Blasweiler. Dieser Bürgerhaushalt werde sicherlich keine Wünsch-Dir-was-Veranstaltung. Blasweiler hält auch den von der Ampel vorgeschlagenen Weg für richtig: „Hier wird kein Riesen-Wasserkopf für den Bürgerhaushalt aufgebaut. Die jetzt gefundene Mischung aus Information und Mitwirkung ist ein Konzept mit Augenmaß. Es baut keinen Popanz auf, gleichzeitig sind die Bürger aber auch nicht nur zum Zuhören verdammt.“

Frühere Vorschläge haben überzeugt

Dass die Profis aus dem Rathaus wie auch die Politiker auf die Ideen aus der Bevölkerung gespannt sein dürfen, haben nach Meinung des Kämmerers frühere Vorschläge längst gezeigt. Ob es um den Granit für den Rathausplatz, die Bestuhlung des Ratssaals oder zuletzt den Bürgerentscheid zum Mehrgenerationen-Spielplatz ging: „Es ist jedesmal etwas Überraschendes dabei herausgekommen. Der Bürger muss eben keine Wählergruppe bedienen“, sagte Blasweiler.

Doch es gehe beim Bürgerhaushalt nicht nur um die Vorschläge, sondern vor allem um die Beteiligung. Der Kämmerer hofft daher, dass die beiden angekündigten Info-Veranstaltungen, die in der ersten und zweiten Hälfte der Sommerferien im Ratssaal stattfinden sollen, gut besucht werden:

„Wir wollen hier die Möglichkeit wahrnehmen, den Besuchern die Möglichkeiten und Grenzen des Stadt-Haushalts aufzuzeigen, einschließlich unserer Abhängigkeit von der Gewerbesteuer.“

Dass zum Beispiel die Veranstaltung der Stadt zur Gestaltungssatzung für die Altstadt zuletzt so gut besucht war, stimme ihn zuversichtlich, sagte der Hüter des Lüdenscheider Stadtsäckels. Man werde sich anstrengen, auch diese Info-Veranstaltungen trotz der schwierigen Materie so kurzweilig wie möglich zu gestalten. „Go-go-Girls wird es aber nicht geben.“ ▪ hgm

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