Hitler, Honecker und Goofy - für den guten Zweck

Das Cover der Benefiz-CD „Hömma“ – die Lüdenscheider Werbeagentur David & Goliath hatte die Idee zum „Who is who?“ der Lüdenscheider Köpfe.

Lüdenscheid - Am Anfang steht ein Hubschrauberflug, am Ende ein Art Gedicht – und beides dreht sich um Weihnachten. Aber so richtig weihnachtlich ist er nicht, der Silberling, den der Rotary Club Lüdenscheid Zeppelin hat auflegen lassen.

Von Jutta Rudewig 

„Hömma“ ist der Titel, gepresst wurden insgesamt zehn Geschichten, die Lüdenscheider zur Verfügung stellten und die von Lüdenscheidern eingelesen wurden. Verkauft wird die CD zugunsten syrischer Flüchtlinge in Lüdenscheid – wir berichteten.

Mit Geschichten ist das wie mit Kunst. Das eine mag man, das andere respektiert man. So beginnt die CD mit Klavierklängen von Ulrich Frenschkowski, bevor Thomas Wewers die Geschichte „Ein Tag nur“ von Peter Bolster vorliest. Pfarrer Johannes Broxtermann zum Beispiel liest mit angenehmer Stimme die „Ironie des Schicksals“, die Geschichte eines Zuwanderers, für den die deutschen Laute zunächst eher klingen wie Holzhacken. Verdrehter Sprachgebrauch wie jener, in dem es heißt „Von guten Mädchen wunderbar geborgen“, weil Mädchen dann doch näher liegt als Mächte, und am Ende verdient eben jener Zuwanderer sein Geld mit der sprachlichen Korrektur deutscher Examensarbeiten.

Zum Silberling gehören unter anderem auch die Leiden einer Piratenmutter, Orte des Lebens und die „Vier Zauberwörter“, die sich Lea und Tim am Abend ausdenken und aus denen die Mutter eine Gute-Nacht-Geschichte erfinden muss. Höchst amüsant ist die Geschichte über Frau Piepenkötter, stammt sie doch vom Poetry-Slammer Marian Heuser und aus seiner Zivildienstzeit in Lüdenscheid. Ob nun so passiert oder nicht – Frau Piepenkötter ist dement, und Sohn Günther, der mit 45 Jahren noch bei Muttern wohnt, stopft die alte Dame voll mit Technik.

So viel, dass es selbst dem Zivi zu viel wird, der alten Dame den Unterschied zwischen DSL und LSD zu erklären. Mit einem Handy eine Nachricht zu schreiben, will Frau Piepenkötter nicht begreifen. Auf Anraten des Zivis klebt sie schließlich drei Briefmarken auf das Gerät – Hitler, Honecker und Goofy.

Die CD „Hömma“ ist mittlerweile auf dem Markt. Es schrieben und lesen Thomas Wewers, Rudolf Sparing, Pfarrer Johannes Broxtermann, Pastorin Monika Deitenbeck-Goseberg, Christian Donat, Peter Zimmer, Dieter Dzewas, Thomas Gemke, Michael Wirth und Gerd Ellenbeck, als Autoren Peter Bolster, Dr. Susanne Padberg-Rohlof, Susanne Vollberg, Klaus Majoress und Sabine Lorenz. 16 gezeichnete Köpfe zieren das Cover – und das „Who is who?“ darf geraten werden.

„Hömma“ – Hörbare Literatur zugunsten syrischer Flüchtlinge in Lüdenscheid, zehn Euro, zu haben bei Optik Lüttringhaus, in der Humboldt-Villa, bei Mod’s Hair, Leonidas Wohnkultur, bei Gardinen Zimmer sowie in den Praxen Dr. Jesper und Dr. Stender-Schulte.

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