Existenzielle Notlagen

Missverstandene Hochwasserhilfe in Lüdenscheid: Ein nasser Teppich ist keine akute Notlage

Notlage Hochwasser Teppich
+
EIn nasser Teppich bedeutet keine akute Notlage.

Bei der Stadt Lüdenscheid gehen, wie sie in einer Pressemitteilung schildert, nach wie vor Anträge auf die NRW-Soforthilfe für Betroffene der Hochwasser-Katastrophe ein. Die Verwaltung weist darauf hin, dass Privatpersonen die Gelder ausschließlich in einer existenziellen Notlage bewilligt werden.

Lüdenscheid - „Die Soforthilfe wird als Starthilfe gewährt, um bei akuten Notlagen (Zerstörung von Hab und Gut) eine erste finanzielle Überbrückung zu ermöglichen“, heißt es in den Richtlinien für Privatpersonen, die das Land Nordrhein-Westfalen für die Vergabe der Gelder veröffentlicht hat. Diese seien als „erster Beitrag“ gedacht, um eine „vorübergehend akute Notlage bei der Unterkunft oder in der Lebensführung durch notwendige Beschaffung von Gegenständen des Haushalts oder durch andere Maßnahmen finanziell zu bewältigen“.

Bei der Stadt Lüdenscheid bearbeitet Dirk Aengeneyndt vom Fachdienst Wirtschaftsförderung, Projektsteuerung und Liegenschaften die eingehenden Anträge auf Soforthilfe – und ist nach eigenen Angaben immer wieder verwundert. „Der Verlust eines Teppichs oder eines Schrankes ist sicherlich und bei allem Verständnis ärgerlich, aber keine existenzielle Notlage“, sagt Aengeneyndt. Besonders ärgerlich sei es zudem, dass mitunter auch Menschen, die nicht in den vom Hochwasser getroffenen Gebieten wohnen, die Soforthilfe beantragen. „Das kostet uns unnötig Zeit und schadet letztendlich denen, die wirklich auf Unterstützung angewiesen sind“, sagt Aengeneyndt.

Viele Keller mussten komplett leergeräumt werden. Die Landesregierung gewährt einen Sockelbetrag von 1500 Euro.

Der städtische Mitarbeiter steht Privatpersonen, Selbstständigen und Unternehmen bei Fragen rund um die Antragstellung und die geltenden Regelungen für die Soforthilfe als Ansprechpartner zur Verfügung. Aengeneyndt ist unter Tel. 0 23 51 /17 12 60 sowie per E-Mail an dirk.aengeneyndt@luedenscheid.de zu erreichen. Die Formulare für die Antragstellung und die dazugehörigen Richtlinien sind auf der Homepage der Stadt Lüdenscheid zu finden.

Wer kann Soforthilfe beantragen?

Privatpersonen

Pro Haushalt, dessen Mitglieder in „existenzielle Not“ geraten sind, gewährt die Landesregierung einen Sockelbetrag von 1500 Euro. Für jede weitere Person gibt es 500 Euro extra. Maximal werden jedoch 3500 Euro ausgezahlt.

Mit dem Geld sollen Betroffene bei der Anschaffung von Haushaltsgegenständen oder der Finanzierung einer Notunterkunft unterstützt werden. Die Soforthilfen sollten bereits ab der letzten Juli-Woche ausgezahlt werden.

Gewerbliche Unternehmen und Freiberufler

Betroffene Betriebsstätten sollen mit jeweils 5000 Euro unterstützt werden. Damit sollen diese Ausgaben für Räumung, Reinigung und den „provisorischen Wiederaufbau“ decken können. Auch Maßnahmen, die während des Hochwassers zur Schadensabwehr und -beseitigung“ getroffen wurden, fallen darunter.

Land- und forstwirtschaftliche Betriebe

Auch hier sind finanzielle Hilfe in Höhe von 5000 Euro pro betroffenem Antragsteller vorgesehen.

Außerdem hat das Land Nordrhein-Westfalen auf seiner Website eine umfangreiche Übersicht und jede Menge Informationen zur Beantragung der Soforthilfe zusammengestellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare