Brügge

Hochwasser flutet Veranstaltungshalle im MK: Sperrung bis in nächste Jahr

 Helmut Wehberg vor der zerstörten Heizung im Keller der Brügger Vereinshalle. Wasserschäden finden sich an allen Ecken und Enden des Saalbaus.
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Diesen Rundgang hätte er sich wohl lieber erspart: Helmut Wehberg vor der zerstörten Heizung im Keller der Brügger Vereinshalle. Wasserschäden finden sich an allen Ecken und Enden des Saalbaus.

Das dürfte ein herber Schlag für das gesellschaftliche Leben an der Volme sein: Wegen der Hochwasserschäden bleibt die Brügger Vereinshalle voraussichtlich bis Juni 2022 für sämtliche Veranstaltungen gesperrt.

Brügge – Das teilte Helmut Wehberg, Vorsitzender der Trägergemeinschaft des Saalbaus, bei einem Besuch vor Ort mit. Hochzeiten, Vereinstreffen, Blutspende-Aktionen – nichts davon wird in den nächsten zehn Monaten in der Halle stattfinden. „Wir mussten alles absagen“, weiß Wehberg.“

Bei einer ersten Bestandsaufnahme nach der Flut im Juli hatte man noch vage gehofft, die Halle vielleicht doch eher wieder in Betrieb nehmen zu können (wir berichteten). „Aber die Schäden sind zu gravierend“, attestiert Wehberg, der für die Freunde der Brügger Halle aber auch freundlichere Nachrichten parat hat. Denn das markante Bauwerk soll auch diese Krise überstehen und als Veranstaltungsort erhalten bleiben. Er sagt: „Wie es aussieht, ist alles versichert, Bausubstanz und Inventar.“ Am Mittwoch haben Mitarbeiter einer Dortmunder Reinigungsfirma Schlamm und Dreck – Hinterlassenschaften der Überflutung – entfernt. Weitere Begutachtungen durch Fachleute und Sanierungseinsätze von Handwerkern sollen bald folgen.

Erste Aufräumarbeiten: Am Mittwoch machten Mitarbeiter einer Dortmunder Reinigungsfirma in der Vereinshalle sauber.

Bei einem Rundgang durch das Gebäude zeigte Wehberg die Zerstörungen. Diese verteilen sich auf alle Ecken und Enden der Halle. Der Boden im großen Saal beginnt sich abzulösen, es gibt Schäden am Mauerwerk – Folgen des massiven Wassereinbruchs. Die Elektrogeräte und Einbauten der an den Saal grenzenden Küche sind kaputt, die Sanitäranlage ist unbrauchbar. Ebenso die im Keller befindliche Kühlanlage für die Getränke. Auch die im Untergeschoss untergebrachte Gasheizung, erst wenige Jahre alt, ist laut Wehberg durch die Überschwemmung irreparabel geschädigt und müsse ersetzt werden. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Die Brügger Vereinshalle bietet Platz für 350 Menschen und ist seit mehr als vier Jahrzehnten eine der großen Veranstaltungsstätten in Lüdenscheid. Sie gehört der Stadt, für den Betrieb sind die Brügger Vereine zuständig, die sich 1978 zu einer Trägergemeinschaft formiert haben. In jüngerer Vergangenheit litt der gesellschaftliche Mittelpunkt des Stadtteils indes immer wieder unter den Stürmen der Zeit. So gab es schon lange vor Corona Stimmen aus der Brügger Bürgerschaft, die meinten, die Halle habe ihre soziale Bedeutung eingebüßt, werde von den heimischen Vereinen zu wenig genutzt und durch Fremdvermietungen künstlich am Leben gehalten. Als sich die Lage schließlich wieder beruhigte, kam bald darauf die Pandemie und erstickte Zuversicht und Planungen. Und nun noch die Flutschäden. „Das ist wirklich heftig“, sagt Wehberg.

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