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Hochwasser-Einsatz 2021: Auszeichnung für Lüdenscheider Feuerwehrleute

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Von: Monika Salzmann

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Feuerwehr Ehrung Auszeichnung Flut Katastrophe
Vor dem geselligen Teil der Veranstaltung stellten sich die Delegation der Löschzüge und der Wache zum Gruppenbild im Museumsgarten auf. © Jakob Salzmann

Stellvertretend für 167 Helfer aus Reihen der Feuerwehr, die im Vorjahr bei der Flutkatastrophe im Einsatz waren, zeichnete Bürgermeister Sebastian Wagemeyer am Montag in den Museen Delegationen aus den ehrenamtlichen Löschzügen und der hauptamtlichen Wache aus. Für die Ehrungen hatte das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen Auszeichnungen vorbereitet.

Lüdenscheid - Als einen weiteren besonderen und längst überfälligen Tag bezeichnete Feuerwehrchef Christopher Rehnert die Ehrung der Helfer. Neben Bürgermeister Sebastian Wagemeyer hieß er Björn Weiß (CDU) als Stellvertretenden Bürgermeister und Fraktionsvorsitzende der Lüdenscheider Parteien – Jens Voß (SPD) und Andreas Stach (Bündnis 90/Die Grünen) – bei der Veranstaltung willkommen.

„In einigen Tagen jährt sich die Flutkatastrophe“, führte Rehnert vor den 46 Gästen aus. Die dramatischen Bilder von damals seien ihm immer noch lebhaft vor Augen. „Ich erinnere mich genau an diese Tage.“ Durch schnelles Eingreifen der Einsatzkräfte habe Schlimmeres verhindert werden können, als beispielsweise ein Flüssiggastank durch Brügge schwamm. Die Flutkatastrophe habe die Feuerwehrleute an ihre körperlichen und seelischen Grenzen gebracht.

Als belastend beschrieb er, dass aufgrund der Vielzahl der Notrufe nicht immer sofort Hilfe möglich war. „Wir wollen helfen – und das sofort.“ Wie wichtig ehrenamtliches Engagement sei, zeige sich in solchen Zeiten. Die Feuerwehr brauche weitere „Anpacker“, die bereit sind, sich für andere zu engagieren.

Auf die gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Stadt und Krisenstab ging Sebastian Wagemeyer in seiner Ansprache an die Ehren- und Hauptamtlichen ein. „Die Nacht war für alle extrem belastend“, führte er aus. Nicht zuletzt deshalb, weil die Einsatzkräfte nicht überall gleichzeitig sein konnten.

Der schwimmende Tank und die einstürzende Mauer auf Schloss Neuenhof

An besonders brenzlige Situationen wie den schwimmenden Tank oder die einstürzende Mauer auf Schloss Neuenhof erinnerte er. Für ihre Besonnenheit und ihren Sachverstand lobte er die Feuerwehrleute. Es sei beruhigend, solch eine professionelle Feuerwehr in der Stadt zu haben. „Alle sind an ihre Grenzen gegangen bis zur totalen Erschöpfung.“

Wasserschloss Neuenhof Hochwasser
Große Teile der Anlage Schloss Neuenhof wurden überflutet und zerstört. © Olaf Moos

Tiefe Risse habe der Tod zweier Feuerwehrleute aus Altena und Werdohl in der Flutnacht innerhalb der Truppe hinterlassen. So etwas gehe jedem immer wieder durch den Kopf. Der Einsatz der Rettungskräfte verdiene Hochachtung, Respekt und Anerkennung. Im Namen aller Lüdenscheider bedankte sich der Bürgermeister für die während und nach der Flutkatastrophe geleistete Arbeit.

Stellvertretend für die große Zahl der 167 Haupt- und Ehrenamtlichen nahmen die Veranstaltungsteilnehmer ihre Medaille und Urkunde in Empfang. Alle anderen erhalten ihre Auszeichnungen zu einem späteren Zeitpunkt von ihrem Löschzugführer beziehungsweise dem Leiter der Feuerwehr. Christopher Rehnert, der sich selbst nicht auf die Liste der Delegierten gesetzt hatte, zeichnete Sebastian Wagemeyer aus. Ein dickes Dankeschön ging an Tanja Schardt vom Fachdienst Feuer- und Rettungswache (Abteilung Verwaltung), die die Veranstaltung in den Museen organisiert hatte.

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