Hochsommer schaut in der Bergstadt vorbei

LÜDENSCHEID ▪ Die Meteorologen läuten das Ende des Sommers offiziell am 1. September ein. Für die allermeisten Lüdenscheider hat die schönste Zeit des Jahres dabei noch gar nicht richtig begonnen. Bisher brachte das Klima eher Starkregen, Kälte und Blitze im Minutentakt. Selten stieg die Quecksilbersäule des Thermometers in den vergangenen Wochen über 20 Grad und erinnerte damit eher an April, als an August. Umso erfreulicher, dass der Hochsommer zumindest für ein Wochenende in der Bergstadt vorbeischaute.

Lange Warteschlangen waren im Freibad am Nattenberg während dieses Sommers sicherlich eine Seltenheit. Am Samstag war es hin und wieder der Fall. Auch Alex (12) und Artur (8) Parnikov sind unter den Wartenden. Erst zweimal haben sie in dieser Saison das Freibad besucht: „Ansonsten war das Wetter einfach zu schlecht“, sagen die jungen Fußballfans. Beide tragen ein Trikot des FC Barcelona mit der Rückennummer 10; die Nummer ihres Idols Lionel Messi. Trotz der Hitze bieten die Liegewiesen noch genügend Platz für sonnenhungrige Wasserratten.

Wenn der vorgezogene Herbst eine Pause einlegt und der Sommer zurückkehrt, dann ist dies immer auch die Zeit für den eigenen Garten. Der Lärmpegel des Rasenmähers ist dabei ein sicherer Indikator für den Stand der Sonne.

Über die Schnittlänge des eigenen Grüns fachsimpeln Herbert Erlemann und Heinz Töteberg nicht während ihres Plausches über den Gartenzaun. Der 86-jährige Erlemann ist Ehrenmitglied der Kleingartenanlage Willigloh. Sie wurde 1918 gegründet und ist damit die älteste in Lüdenscheid. Heinz Töteberg hat die Parzelle mit der Nummer 41. „Die Blumen haben schwer gelitten in diesem Jahr“, sagt der Kleingärtner. Und mit dem Regen kamen die Schnecken und „die gehen überall dran“.

Ansonsten sei jetzt eigentlich Erntezeit: Bohnen, Kartoffeln und Porree finden sich in den Beeten wieder. Der Rest der Laube und des Gartens sind den Fuchsien vorbehalten. Von der Gattung aus der Familie der Nachtkerzengewächse hat Heinz Töteberg über 100 Stück. „Das hat sich so ergeben in den Jahren“, sagt er.

Über die Parzellen schallt die Geräuschkulisse des Freibades, auch die Straße lärmt im Hintergrund. Auf dem Spielplatz am Vogelberg sind alle diese Geräusche nicht zu hören. Für den kleinen Lian (5) könnte der Tag nicht schöner sein. Der Sandkasten lädt zum buddeln ein und mit dem Schaufelbagger wird dies dann auch in die Tat umgesetzt.

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