Hitzewelle: „Notaufnahme gut vorbereitet“

+
„Damit den Menschen die Infusion erspart bleibt, ist die Zufuhr von Flüssigkeit bei der Hitze das A und O“, sagen Bernhard Meyknecht (pflegerischer Leiter der Notaufnahme), Markus Bald (Leiter der Noraufnahme) und der gerontologische Pflegeexperte Jörg Burbaum (v.l.n.r.).

Lüdenscheid - Deutschland ist heiß. Die Temperaturen steigen in für uns im Sauerland fast schon vergessene Höhen. 35 Grad waren es am Donnerstag. Und da kommt noch mehr.

In den nächsten Tagen sollen die Temperaturen auf mehr als 40 Grad ansteigen. Seit Beginn dieser Hitzewelle hat es die Notaufnahme des Klinikums verstärkt mit Patienten zu tun, die Symptome von Hitzeschlag und einer Hitzeerschöpfung aufweisen.

„Es dauert so ein bis zwei Tage, bis Hitzewellen sich mit ihren Auswirkungen in der Notaufnahme bemerkbar machen“, das sind die Erfahrungswerte von Dr. Markus Bald, Leiter der Notaufnahme. „Seit Mittwoch werden verstärkt Menschen mit Symptomen eines Schlaganfalls zu uns gebracht“, berichtet der pflegerische Leiter der Notaufnahme, Bernhard Meyknecht. „Zum Glück sind es jedoch oft nur Auswirkungen der Hitze, wie Austrocknung, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag.“ Da wirke dann eine Infusion wahre Wunder.

„Viele Patienten kommen zu uns, weil sie sich zu stark der Sonne ausgesetzt haben, zu wenig getrunken haben. Oder es sind Menschen, die in Berufen arbeiten, die mit extremer Hitze verbunden sind“, sagt Dr. Bald. „Wir in der Notaufnahme sind gut vorbereitet.“

Infoblatt für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter

Bei den zur Zeit schon extremen Temperaturen ist es wichtig, jede Stunde ein Glas Wasser, Saft oder Tee zu trinken, um einer Austrocknung vorzubeugen.

So gibt es ein eigens auf diese Situation vorbereitetes Informationsblatt für die Patienten, deren Angehörigen und die Mitarbeiter des Klinikums, auf dem alle wichtigen Symptome und auch eine Hitzegefährdungsskala aufgeführt sind. „Die Lüdenscheider sind so eingestellt, dass sie wegen der bisher wenigen Sonnentage die warmen Tage ausnutzen wollen und so viel wie möglich erledigen wollen“, so Meyknecht. Das funktioniere aber bei den extremen Temperaturen schlecht.

Tagesablauf der Hitze anpassen

Die Menschen sollten den Tagesablauf dieser Hitze anpassen. Und das beginne schon bei den Temperaturen in der Wohnung, also Fenster zu und nur am Abend, in der Nacht oder in den kühlen Morgenstunden lüften. „Angebracht ist es, luftige Kleidung zu tragen, leicht zu essen und sich viel im Schatten aufzuhalten“, sagt Jörg Burbaum. „Jede Stunde ein Glas Tee oder Wasser zu trinken ist sehr wichtig. Da hinein kann man gern auch eine Prise Salz geben, denn Elektrolyte, die man jetzt verstärkt herausschwitzt, braucht der Körper wieder.“

Alte oder kranke Menschen sollten wegen Medikamenten Rücksprache mit ihrem Arzt nehmen, denn auf deren Wirkung hat die Hitze auch Einfluss. Alkohol sollte tabu sein. „Gerade ältere Menschen sollten sich trotz allem bewegen, aber langsamer“, erläutert Burbaum. „Die Mobilität sollte aber erhalten bleiben.“ Der Tipp der Experten: „Das A und O ist das Trinken. Und es ist besser, von 11 Uhr bis 17 Uhr den Ball flach zu halten.“

Hitzschlag und Hitzeerschöpfung

Mit 34 Grad ist der Wärmerekord noch lange nicht erreicht. Bis zu 41 Grad soll das Thermometer in den nächsten Tagen anzeigen.

Die Symptome von Hitzschlag und Hitzeerschöpfung sind vielfältig. So ist die Haut bei einer Hitzeerschöpfung kalt und feucht, bei einem Hitzschlag dagegen gerötet, heiß und trocken. Die Körpertemperatur ist bei einer Hitzeerschöpfung normal oder erniedrigt, bei Hitzschlag erhöht, und Fieberkrämpfe sind möglich. Der Puls ist in beiden Fällen erhöht, der Blutdruck ist bei der Hitzeerschöpfung niedrig, beim Hitzschlag zunächst normal, dann niedrig. Die Atmung ist rasch und schwach. Bei Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schwäche, Schwindel, Mattigkeit, Kopfschmerzen, Bewusstseinsveränderungen bis hin zur Bewusstlosigkeit sollte immer der Arzt verständigt werden, um lebensbedrohliche Situationen abzuwenden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare